Naehmaschinentechnik-Forum

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BeitragVerfasst: Montag 14. Januar 2019, 10:07 
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Edelschrauber
Edelschrauber

Registriert: Samstag 18. März 2017, 21:47
Beiträge: 594
MiW hat geschrieben:
hutzelbein hat geschrieben:

Du bist jetzt gefordert sie wieder in einen guten Zustand zu versetzen. Wenn du dabei Unterstützung brauchst, bekommst du sie hier im Forum.

hutzelbein hat geschrieben:
Ich schätze mal ohne Ahnung, dass bei der Olympiade 1936 in Berlin viele Sporthosen getragen wurden, deren Gummibänder noch mit solchen Maschinen vernäht wurden. Den elastischen Bund von Damenröcken hat man damit vermutlich auch genäht. Schöne unterschiedlich farbige Zierstiche auf dem Rollsaum von Tischdecken konnte man damit auch machen.


Der Mann wollte ein Referat halten und bat dazu, wenn möglich, um handfeste Informationen, er wollte vermutlich weder die Maschine restaurieren noch ist ihm mit einem erneuten Rätselraten gedient. boewu

Ich weiß nicht, wie viele Fachschulen für Bekleidungstechnik es in Deutschland in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts gegeben hat. Mehr als etwa ein Dutzend waren es vermutlich nicht. Das kann er vermutlich besser beurteilen als ich. Mit der Einschätzung, dass solche Maschinen z.B. beim Nähen am Bund von Sporthosen eingesetzt wurden, lag ich vermutlich richtig. Bei der Olympiade 1936 haben vermutlich ziemlich alle Sportler(innen) solche Sporthosen getragen und die Fachschule für Bekleidungstechnik in Berlin war davon nicht weit entfernt. Die Absolventen dieser Fachschulen haben solche Hosen vermutlich auch genäht oder mitgeholfen, sie zu entwickeln.

Der Mann wird sich schon auch Gedanken machen, wie man eine solche Maschine auch einfach mal schnell restaurieren könnte. Das finde ich ziemlich normal. Wer lässt schon gern so ein schönes Maschinchen verkommen. Dabei werden leider oft auch große Fehler gemacht. Dem wollte ich vorbeugen. Ich hab mal eine Nähmaschine aus dem Nachlass einer verstorbenen Schneiderin übernommen. Für mich war erkennbar, dass sie auch eine solche Fachschule besucht hat. Das habe ich anhand ihrer Zeichnungen gesehen. Ihre Nähmaschine hat sie allerdings miserabel behandelt. Möglicherweise fehlte insoweit Unterricht im Ausbildungsplan.

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Adler 8 - Meister ZZ Automatik - Pfaff 130 - 230 - Phoenix DD 6 - Singer 206D - (u.v.m.)


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BeitragVerfasst: Montag 14. Januar 2019, 14:16 
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Einfädler
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Registriert: Mittwoch 28. Mai 2014, 22:47
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Wohnort: Nordsachsen
hutzelbein hat geschrieben:
Ich weiß nicht, wie viele Fachschulen für Bekleidungstechnik es in Deutschland in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts gegeben hat. Mehr als etwa ein Dutzend waren es vermutlich nicht. Das kann er vermutlich besser beurteilen als ich. Mit der Einschätzung, dass solche Maschinen z.B. beim Nähen am Bund von Sporthosen eingesetzt wurden, lag ich vermutlich richtig. Bei der Olympiade 1936 haben vermutlich ziemlich alle Sportler(innen) solche Sporthosen getragen und die Fachschule für Bekleidungstechnik in Berlin war davon nicht weit entfernt. Die Absolventen dieser Fachschulen haben solche Hosen vermutlich auch genäht oder mitgeholfen, sie zu entwickeln.


Äh, wer sagt denn, dass die Fachschule für Bekleidung bereits in den 30er Jahren existiert hat?
Die Fachschule für Bekleidung war eine Bildungseinrichtung in der DDR, und das diese Maschine dort zuletzt im Bestand war, beweist sicher deren bildungstechnisch gesehen interessante Konstruktion, aber nicht, dass diese Maschine 1936 für Olympiakleidung gebaut oder benutzt wurde.

Übrigens laut dieser Seite wurde diese Nähmaschine 1939 gebaut. Da kämen dann wohl eher Wehrmachtsuniformen in Frage. rolleyes


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BeitragVerfasst: Montag 14. Januar 2019, 14:48 
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Edelschrauber
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Ich warte immer noch darauf, dass uns Quote die Seriennummer mitteilt. Nach meiner Schätzung wurde die Maschine vor 1930 hergestellt. Darauf wette ich.
Wenn dem so ist, gab es zwischen Ost- und West-Berlin noch keinen Unterschied. Nach dem Krieg stand die Maschine dann möglicherweise in Ost-Berlin und wurde dort inventarisiert. Das erklärt dann den ost-deutschen Aufkleber, falls es einer ist.

Komme mir bitte nicht mit den SN der Veritaslounge. Die sind hinten und vorne falsch. Das habe ich bereits eindeutig nachgewiesen.

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BeitragVerfasst: Montag 14. Januar 2019, 15:33 
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Einfädler
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Registriert: Mittwoch 28. Mai 2014, 22:47
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Wohnort: Nordsachsen
hutzelbein hat geschrieben:

Komme mir bitte nicht mit den SN der Veritaslounge. Die sind hinten und vorne falsch. Das habe ich bereits eindeutig nachgewiesen.


Das die Datierung der Singer Nähmaschinen anhand der Seriennummern sicher fragwürdig ist, wurde schon hinlänglich durchgekaut, das liegt aber ganz simpel und einfach an der konkreten Herangehensweise des Veritasklubs, der die Produktionszahlen ohne ausreichende Belege, ob es sich dabei immer um Nähmaschinen handelte, auf die Jahre umgerechnet und Nähmaschinen zugeordnet hat.
Es gibt sicher andere Herangehensweisen, und mich persönlich überzeugt deren Vorgehen auch nicht, weshalb ich auch Helmut ab und an mit Daten bei seiner Liste geholfen habe.
Aber, weil wir gerade dabei sind, niemand hier hat sich aber bisher wie du darin verstiegen, in dem Zusammenhang von Fälschung zu Reden! Das finde ich gelinde gesagt anmaßend!
Ich wüsste nicht, warum deine Liste, die du zwischen zwei Beiträgen hervorgezaubert hast, maßgeblicher sein sollte.

Das Produktionsprofil des Nähmaschinenwerkes in Wittenberge, welches ich verlinkt hatte, wurde bis jetzt aber von noch niemand hier angezweifelt und scheint mir auch schlüssig. Wenn du die mal die Mühe gemacht hättest, hättest du bemerkt, dass es dabei nicht um Seriennummern geht, sondern um die Produktionszeiträume der diversen Klassen. Und für die Klasse 52 gibt es nur das Jahr 1939.

Und damit würde ich gern zum Thema zurück.
Ich würde bis jetzt mal festhalten, dass diese Maschine der Klasse 52 wohl 1939 hergestellt wurde, offensichtlich, wie Dieter schon vermutet hat, ein Einzelexemplar war oder es nur eine sehr geringe Auflage gab und dass es mangels Unterfadenvorrichtung eine Kettenstichmaschine war.
Offensichtlich wurde damit ein und derselbe Arbeitsgang im Akkord an den entsprechenden Teilen durchgeführt. Und offensichtlich gab es diese eine oder vielleicht 5 dieser Maschinen in einem Betrieb, der mit einer speziellen Fabrikation beauftragt war.
Ich wüsste nicht, was gegen Wehrmachtsproduktion spräche, zumal Kettenstich eher nicht für Kleidung verwendet wird.


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BeitragVerfasst: Montag 14. Januar 2019, 16:01 
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Edelschrauber
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Registriert: Samstag 18. März 2017, 21:47
Beiträge: 594
Die Leute, die die Liste der Seriennnummern für die BJ Zuordnung für das Werk Wittenberge berechnet haben und für sich in Anspruch nehmen, die einzige Institution zu sein, die mit etwa 6 Jahre langer andauernder wissenschaftlicher Arbeit die Daten zusammengetragen zu haben, hatten weder von statistischer Methodenlehre noch von alten Nähmaschinen Ahnung. Was sie waren und wie sie einzuordnen sind, weiß ich nicht abschließend und interessiert mich auch nicht wirklich. Nach meinen Recherchen hat die Argentur Culture Management ihren Sitz nach Tschechien verlegt und dort wo sie ihren ursprünglichen Sitz hatte, befindet sich eine Ostberliner Plattenbausiedlung.

Ich habe keine Stunde gebraucht, um die ganze Liste mit 100%iger Sicherheit verwerfen zu können und gleichzeitig eine halbwegs brauchbare aufzustellen. Mein Zuordnungsliste verwirft so schnell niemand. Er braucht vermutlich etwa 10 Jahre, um herauszufiden, dass meine Liste nicht genau richtig sein kann. Dass weiß ich allerdings selber. Mein Liste ist eine grobe Schätzliste mehr nicht.

Die Produktionslisten im Werk Wittenberge wurden angeblich von den Russen vernichtet. Niemand kann wissen, was in Wittenberge wann hergestellt wurde. Ich zweifele alles an, was auf der Webseite der Veritaslounge in diesem Zusammenhang steht, solange mir das Gegenteil nicht eindeutig nachgewiesen wird.

Die Maschine um die es hier in diesem Thread geht, wurde nach meiner Einschätzung auch nicht in Wittenberge hergestellt. Sobald ich die Serien-Nummer auf der Maschine kenne, weiß ich ziemlich genau, wo und wann sie hergestellt wurde.

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BeitragVerfasst: Dienstag 15. Januar 2019, 10:22 
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Einfädler
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Registriert: Mittwoch 28. Mai 2014, 22:47
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Wohnort: Nordsachsen
Wenn ich an Kettenstich denke, denke ich zuerst an Kartoffel- oder Kohlensäcke wink,
oder bei Bekleidung an Ziermuster oder Quiltarbeiten.
Das Kettenstich dehnbar ist, ist mir bekannt, wie das aber am Gummibund einer Sporthose 1936 ausgesehen haben soll, kann ich mir nicht vorstellen.

Will nichts Falsches behaupten und revidiere mich sicherheitshalber:
Ab wann der Kettenstich auch bei Bekleidung tatsächlich als Verbindungsnaht eingesetzt wurde, weiß ich nicht, aber zu Zeiten, wo Kleidung noch länger halten musste, erscheint es mir unwahrscheinlich.

Der Nachteil des Kettenstiches ist nämlich, reißt der Faden in der Naht, trottelt die ganze Naht auf und früher musste doch alles länger halten.

Dateianhang:
Kettenstich.JPG


(Das Bild steht unter common licence!)


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