Lacke aus den fünfziger Jahren

Auf Wunsch einiger, hier ein Brett zum quatschen über Nähmaschinenmöbel / Koffer.
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peytr
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Lacke aus den fünfziger Jahren

#1 Beitrag von peytr »

Hallo alle!

Ich besitze drei Schranknähmaschinen aus den 1950er Jahren. Zwei der Schränke haben mehr Feuchtigkeit abbekommen, als sie vertragen können, und müssen restauriert werden. Ich möchte dies mit einer Art von Lack tun, der damals verwendet wurde. Kann mir jemand einen Hinweis darauf geben, welche Art von Lack damals verwendet wurde?
Mit herzlichen Grüßen,

Peter

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Nopi
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Re: Lacke aus den fünfziger Jahren

#2 Beitrag von Nopi »

Nitrozellulose Lack

da kriegste diese weißen Flecken mit Feuchtigkeit
- Nur ein erstklassiger Chef kann sich erstklassige Mitarbeiter leisten - Nope 08.2021

Knopp
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Re: Lacke aus den fünfziger Jahren

#3 Beitrag von Knopp »

Zellulosenitrat-Lack?
Zapon-Lack?
---
Bekäme man damit die weißen Stellen auch wieder weg? Glaub ich jetzt nicht
Was ist Ursache der weißen Flecke?

Hatte vor Jahren ein Messingrohr gegen das Anlaufen mit Zapon-Lack gestrichen/getaucht, wurde anders hässlich, sodass ich damit beschäftigt war den Zapon-Lack wieder runter zu holen...

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adler104
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Re: Lacke aus den fünfziger Jahren

#4 Beitrag von adler104 »

Ich würde vermutlich einen Wasser verdünnbaren Klarlack nehmen, auch wenn das nicht authentisch ist. Aber das mach vermutlich am wenigsten Probleme in Bezug auf Reaktionen mit dem alten Lack - so denn eine Restauration überhaupt sinnvoll ist.

z.B:
https://contura24.de/collections/holz-a ... 4256800955

Den habe ich bisher für eigentlich alles verwendet, bisher keine Probleme

Gibts auch bei Ebay und ist da glaub ich sogar günstiger inkl. Versand.
Mit'm Öl nich sparsam sein!

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peytr
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Re: Lacke aus den fünfziger Jahren

#5 Beitrag von peytr »

Vielen Dank für die vielen Informationen! In der Tat hatte ich bereits mit den "weißen Flecken" zu kämpfen. Das ist also Nitrocellulose. Solche Lacke habe ich bisher nur in Sprühdosen gesehen. Ich würde vermuten, dass es auch streichbaren Lack gibt, aber ich habe ihn noch nicht finden können.

Andere Lacke, z. B. auf Wasserbasis, würden zwar auch funktionieren, aber ich möchte dem Originallack so nahe wie möglich kommen. Obwohl diese Schränke keinen wirklichen Wert haben, sind sie für mich sehr wertvoll.

Ein Schrank ist übrigens makellos. Die anderen beiden lagen wahrscheinlich eine Zeit lang in einem Schuppen oder ähnlichem und der Lack war angelaufen. Vielleicht versuche ich es einmal mit Nitro und einmal mit einer anderen Art von Lack.
Mit herzlichen Grüßen,

Peter

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Berit
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Re: Lacke aus den fünfziger Jahren

#6 Beitrag von Berit »

Manchmal ist auf den Schränken auch Schellack. Ob das in den 50ern noch viel gemacht wurde, weiß ich nicht. Aber bei einigen meiner Schränke löst sich der Lack mit Ethanol und das könnte wohl auf Schellack hindeuten?
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det
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Re: Lacke aus den fünfziger Jahren

#7 Beitrag von det »

Schellack halte ich für extrem unwahrscheinlich bei einem 1950er Möbel.

Müsste man dann nicht Nitroverdünner statt Ethanol nehmen?

Nitrozelluloselacke findet man leicht unter der Bezeichnung Gitarren- oder Geigenlack, dann aber meist in hochglanz.

Gruß
Detlef
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Re: Lacke aus den fünfziger Jahren

#8 Beitrag von inch »

Schellack wird mit Spiritus oder Ethanol angetestet,löst sich die Lackschicht,ist er echt wink
Man kann ihn auch gut aufpolieren mit einer Mischung aus Schellack und Spiritus im Stoffballen.
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