Speedreducer - Übersetzungswahl

Alles über Antriebstechnik, Elektroarbeiten, Probleme beim Anschluss eines Motors.
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Joschie
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Speedreducer - Übersetzungswahl

#1 Beitrag von Joschie »

Hallo zusammen,

ich richte mir gerade einen Nähtisch für meine Pfaff 238 sowie 141 her und möchte da einen Geschwindigkeitsreduzierer verbauen da für meinen Geschmack der bis jetzt verbaute Morletti oder auch der noch rumliegende WEG Anlassermotor eher hochtourig unterwegs sind (irgendwann kommt dann mal noch ein Servo Motor).

Jetzt hab ich ja hier im Forum schon öfters vom Geschwindigkeitsreduzierer (neideitsch "Speed Reducer") gelesen, bin auch bei Sieck fündig geworden.
Der bietet z.B. zwei an, einen großen mit 23 auf 12cm Scheibendurchmesser und einen kleinen mit 13 auf 4 cm Scheibendurchmesser.

Das wäre beim großen eine Übersetzung von 1,97:1 und beim kleinen von 3,25:1.

Ich möchte die Maschine gerne so haben das man ganz gemütlich anfangen kann und bis zu einem normalen Tempo kommt, ich brauch keine 3kStiche die MInute, die Geschwindigkeit der serienmäßigen Pfaff 360 sind eh schon fast mehr als mir gefällt.

Wie sind da eure Erfahrungen?
Welche Übersetzungen sind sinnvoll?
Welche Übersetzungen Motor - Nähmaschine sind sinnvoll damit das Motorle noch genügend Kraft und Kühlung produzieren kann aber die Maschine nicht abhebt? (dann kann man den Reduzierer ausrechnen)

Nebenbei, wie sind die Erfahrungen mit den ganz kleinen Riemenscheibchen, ich möchte gerne einen PU-Rundriemen ø 8mm nehmen (den hab ich noch mit einigen Metern da), geht das mit dem noch oder macht der da Probleme?

Die andere Überlegung war schon den Reducer selbst zu bauen. Die Riemenscheiben hätte ich jetzt aus Multiplex gefräst und mit V-Nut versehen, alles schön Kugelgelagert und ein Halter lässt sich auch bauen.

Grüße und Danke
Josef
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adler104
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Re: Speedreducer - Übersetzungswahl

#2 Beitrag von adler104 »

Ich habe auch zwei Maschinen mit Anlasser Motoren (1x 250W Moretti, 1x 120W Kobold) + Speed Reducer laufen. Beide haben ca 1:3 und ich komme damit wunderbar zurecht. Pers. würde ich sagen lieber mehr Reduzierung als zu wenig. Wenn Du mehr Geschwindigkeit brauchst tritt das Pedal weiter durch. wink Ich wollte beide Motoren eigentlich auch mal gegen Servos austauschen muss aber ehrlich sagen, ich sehe da derzeit keine Veranlassung, weil sie für mich beide gut funktionieren. Ich denke, die werde ich so lange benutzen, bis sie durch sind und dann kommt ein Servo.

Was Du evtl feststellen wirst ist, dass das Handrad schwerer zu drehen geht.

Meine Speed Reducer Bastelei (jetzt allerdings mit PU Rundriemen):

viewtopic.php?p=82583#p82583

Hier habe ich ein Video verlinkt (letzer Post) - das ist die Maschine mit 1:3 Reducer und Moretti Motor.

viewtopic.php?p=85088#p85088



EDIT:

Nachtrag:

Ein Servo in Kombi mit Speed Reducer ist nichts desto trotz komfortabler als ein Anlassermotor + Speed Reducer - man muss selbst schauen in wie weit einem die Reduzierung reicht - oder eben auch nicht. Für mich wie gesagt ist das völlig okay so wie es ist.


EDIT II:

bzgl. Berechnung:
https://www.weltderfertigung.de/archiv/ ... echnet.php

Ich habe allerdings nichts berechnet und sondern einfach per "Monkey see - Monkey Do" kopiert was andre vor mir schon gemacht hatten und das hat gut funktioniert. wink
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Flickflak
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Re: Speedreducer - Übersetzungswahl

#3 Beitrag von Flickflak »

Ich stimme Adler104 zu.

Normalerweise wird ein Servomotor mit einer relativ großen Riemenscheibe geliefert, und hier ist es von Vorteil, eine kleinere Riemenscheibe für den Motor mit einem Durchmesser von 45 oder 50 mm zu haben. Dadurch wird die reducierung weiter erhöht.

Achten Sie bei der Auswahl eines Servomotors auf die Mindestdrehzahl, mit der der Motor laufen kann. Sie sollte vorzugsweise 100 U/min oder weniger betragen. Aber einige sind tatsächlich bei 500 U/min. Einige bürstenlose Servomotoren können bei niedriger Drehzahl auch Vibrationsprobleme haben. Beides kann schwierig sein, konkrete Informationen zu finden.

Ich verwende auch DIY-speed reducer bei Vintage-Haushaltsgeräten und ich denke, das hilft auch erheblich, wie gut ich damit arbeiten kann.

In Bezug auf den Heimwerker werde ich für den langsamen Riemen einen echten Keilriemen verwenden, da es sonst zu viel Elastizität in der Transmission gibt. Das bedeutet weniger für den schnellen reime.

Ich habe dieses Video in Bezug auf den Selbstbau gesehen:
https://youtu.be/JbHj8pmL8EU
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js_hsm
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Re: Speedreducer - Übersetzungswahl

#4 Beitrag von js_hsm »

Eine andere Lösung habe ich vorzuschlagen...
..meine Typical mit Doppenadel und altem 550W Anlassermotor war mir viel zu schnell nach dem vorsichtigen Einkuppeln.
Da ich noch einen 550W Drehstrommotor und einen passenden (Lenze) Frequenzumrichter hatte habe ich mir aus Alu eine Riemenscheibe gedreht, eine Halterung für den Motor gebaut und steuere den FU (Frequenzumrichter) jetzt mittels umgebauten Fußpedal und nachgeschaltetem Microcontroller mit Digital Analogwandler.
(Ich nähe hauptsächlich schweres Tuch für Schiffe und muss da häufig enge Kurven nähen)
Alternativ kann man ein logarythmisches Poti als Geber verwenden wenn man keinen Microcontroller haben möchte.
Zusätzlich kam dann noch ein separatet Fußschalter für Einzelstich dazu (Hallsensor am Handrad zur Positionsbestimmung).

Ist kostenmäßig mit einem vernünftigen Servomotor zu vergleichen (wenn man die Sachen gebraucht auf den üblichen Plattformen eBucht etc.kauft) aber fängt fast bei 0/min an rolleyes

P.S. und in diesem Fall spricht man von Untersetzung und nicht von Übersetzung da die Drehzahl ja reduziert wird..
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Joschie
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Re: Speedreducer - Übersetzungswahl

#5 Beitrag von Joschie »

Hallo zusammen,

danke für eure Antworten.

Ich sehe schon die Über/Untersetzung (je nachdem man es sehen will) von 3-3,5 : 1 ist anscheinend optimal.

Ich werde jetzt jedoch mal bevor ich solch einen Reduzierer bestelle die Variante mit Drehstrommotor und Frequenzumrichter, wie JS_HSM es beschreibt, austesten da beides in meinem Sammelsurium noch rumfliegt.
Motor wird jetzt mal ein alter 350Watt Motor einer ehemaligen Kartoffelsortiermaschine (da 6-polige Ausführung), die Lager für das Motörchen hab ich schon bestellt, Riemenscheibe muss noch geordert werden, wird aber denke ich beim Mädler schnell gehen, möchte das mit einer Taperlock-Buchse machen (bei den Preisen bin ich faul und stell mich nicht wieder ewig an die Nutenstoßmaschine).

Frequenzumrichter liegt hier noch ein Omron und ein hochbetagter Nord rum, mit beiden kann ich den Drehstrommotor an Einphasen-Wechselstrom betreiben (der Frequenzumrichter macht, vereinfacht gesagt, aus dem Lichtstrom einen Frequenzvariablen Drehstrom).
Die einzige Frage die ich mir momentan noch etwas stelle ist wie ich die Geschwindigkeitsregelung am schönsten realisiere.
Mein aktueller Gedankengang liegt in der Verwurschtung eines Fußpedals fürs WIG-Schweißgerät oder eines einfachen Potis zur Geschwindigkeitsfesteinstellung und einem Fußschalter.
Es gäbe ja noch die Möglichkeit der zwei Pedalsteuerung: Pedal 1 ist Motor AN-AUS, Pedal 2 schaltet von langsam auf schnell um (Wiederstandsüberbrückung).

Die Kunst die mir noch bevorsteht ist das ohne große Umbauten am Tisch zu montieren.


Noch eine Frage an die Experten, welchen Durchmesser seht ihr als Untergrenze für einen 8mm PU-Rundriemen an?
Mein Gefühl sagt, unter 40mm darf man nicht gehen.

Grüße und Danke
Josef

p.s. die Idee mit dem FU geistert schon seit längerem im Hirn rum, traute mich nur nicht so ein "Hochtechnisches" Gebastel offiziell zu schreiben.
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Re: Speedreducer - Übersetzungswahl

#6 Beitrag von adler104 »

Ich bin ja nicht so der Stromotroniker und eher unerfahren mit Kartoffelsortiermaschinen aber ich nehme mal an der Motor hat so was wie eine Bremse (mechanisch oder elektrisch), um den Nachlauft zu stoppen, oder? Ist sonst ein bisschen scheiße, wenn der Motor noch nachläuft und die Maschine noch 10 Stiche macht wink

Ich versteh ja den Basteldrang aber bevor ich so ein wildes Stromgebastel machen wurde würde ich eher auf einen Servo Motor wechseln - auch in Hinblick auf eine eventuell spätere Verkaufbarkeit der Maschine.
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js_hsm
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Re: Speedreducer - Übersetzungswahl

#7 Beitrag von js_hsm »

Joschie hat geschrieben: Donnerstag 25. November 2021, 09:08 Hallo zusammen,

danke für eure Antworten.

Ich sehe schon die Über/Untersetzung (je nachdem man es sehen will) von 3-3,5 : 1 ist anscheinend optimal.

Ich werde jetzt jedoch mal bevor ich solch einen Reduzierer bestelle die Variante mit Drehstrommotor und Frequenzumrichter, wie JS_HSM es beschreibt, austesten da beides in meinem Sammelsurium noch rumfliegt.
Motor wird jetzt mal ein alter 350Watt Motor einer ehemaligen Kartoffelsortiermaschine (da 6-polige Ausführung), die Lager für das Motörchen hab ich schon bestellt, Riemenscheibe muss noch geordert werden, wird aber denke ich beim Mädler schnell gehen, möchte das mit einer Taperlock-Buchse machen (bei den Preisen bin ich faul und stell mich nicht wieder ewig an die Nutenstoßmaschine).

Frequenzumrichter liegt hier noch ein Omron und ein hochbetagter Nord rum, mit beiden kann ich den Drehstrommotor an Einphasen-Wechselstrom betreiben (der Frequenzumrichter macht, vereinfacht gesagt, aus dem Lichtstrom einen Frequenzvariablen Drehstrom).
Die einzige Frage die ich mir momentan noch etwas stelle ist wie ich die Geschwindigkeitsregelung am schönsten realisiere.
Mein aktueller Gedankengang liegt in der Verwurschtung eines Fußpedals fürs WIG-Schweißgerät oder eines einfachen Potis zur Geschwindigkeitsfesteinstellung und einem Fußschalter.
Es gäbe ja noch die Möglichkeit der zwei Pedalsteuerung: Pedal 1 ist Motor AN-AUS, Pedal 2 schaltet von langsam auf schnell um (Wiederstandsüberbrückung).

Die Kunst die mir noch bevorsteht ist das ohne große Umbauten am Tisch zu montieren.


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Josef

p.s. die Idee mit dem FU geistert schon seit längerem im Hirn rum, traute mich nur nicht so ein "Hochtechnisches" Gebastel offiziell zu schreiben.
Die Masse des Rotors bei einem Drehstrommotor ist relativ gering (Wicklungen im Stator) er folgt sehr präzise dem Drehfeld und das kann alles im FU eingestellt werden. Ich hab eine Ablaufzeit von 0,2s eingestellt und sobal ich den Fuß vom Pedal nehme steht die Maschine. Wer möchte kann gerne mal nach Erkrath kommen und es sich ansehen beerchug
Zur Ansteuerung:
FUs stellen eine Gleichspannung für ein Poti zur Verfügung. Dieses kann extern angeschlossen werden.
Nachfolgend zwei Bilder für die von mir umgestzten Möglichkeiten
20211125_112023.jpg
20211125_112030.jpg
Das 3D-Model kann ich acuf Wunsch bereitstellen.

Setzt man wie ich einen Microcontroller ein kann man auch die Nadelpositionierung und extras wie Einzeistichbetrieb realisieren,

Für Fragen dazu...PN
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Re: Speedreducer - Übersetzungswahl

#8 Beitrag von js_hsm »

adler104 hat geschrieben: Donnerstag 25. November 2021, 09:16 Ich bin ja nicht so der Stromotroniker und eher unerfahren mit Kartoffelsortiermaschinen aber ich nehme mal an der Motor hat so was wie eine Bremse (mechanisch oder elektrisch), um den Nachlauft zu stoppen, oder? Ist sonst ein bisschen scheiße, wenn der Motor noch nachläuft und die Maschine noch 10 Stiche macht wink
Ich hab noch keine Servomotor mit Bremse gesehen....das sind auch Mehrpolmotoren mit variabler Frequenz-/Drehfeldansteuerung..

Gruß, Achim
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Re: Speedreducer - Übersetzungswahl

#9 Beitrag von adler104 »

Er hat ja keinen Servo sondern einen Kartoffelsortiermaschinenmotor - wie der im Detail aussieht und wie große der Rotor ist wissen wir ja nicht.

Bzgl- Servo - wie das im inneren technisch funktioniert weiß ich nicht (letztendlich auch egal). Fakt ist gehe ich vom Pedal wird der Motor gebremst / bleibt sofort stehen - das ist auch hörbar - vermutlich gibt es da einen elektromagnetischen Impuls - oder ähnliches. Beim letzten Servo Motor (der ganz billige) lässt sich die Bremsstärke über die Menüführung auch einstellen, also wird das wohl so was wie eine (elektromagnetische?) Bremse vorhanden sein. Wenn das technisch irgendwie anders sein sollte ist mir das auch recht, so lange der Motor gebremst wird. wink
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Re: Speedreducer - Übersetzungswahl

#10 Beitrag von js_hsm »

Ja, auch ein Drehstrommotor mit FU bremst nach dem gleichen Prinzip...
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