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Neues Projekt: 30er Jahre Phoenix M mit umlaufendem Fadengeber und Industrietisch
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Autor:  inch [ Mittwoch 22. Mai 2019, 20:19 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Neues Projekt: 30er Jahre Phoenix M mit umlaufendem Fadengeber und Industrietisch

Nun muß ja nicht jede Schellack-Politur so perfekt und auf Hochglanz sein wie bei einem Flügel etc. Ich würde den Schellack bevorzugen,aber das ist halt Geschmackssache.
Vor allem aber würde ich keinen Knochenleim verwenden,weil das viel zu aufwendig ist mit dem Erhitzen. eine sehr gute Alternative ist Fischleim,genau so ein Glutinleim wie Knochenleim und mit den selben Eigenschaften,nur daß er im Gebrauchszustand bereits flüssig ist. Es läßt sich sehr bequem damit arbeiten und furnieren.
Verkauft wird er gern als "Kanadischer Fischleim"

Autor:  nicole.boening [ Donnerstag 23. Mai 2019, 09:03 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Neues Projekt: 30er Jahre Phoenix M mit umlaufendem Fadengeber und Industrietisch

Huhu zurück,
@Carco: Ich glaube gerne, dass dieses Briwachs ein Zaubermittel ist. Bienenwachs als Grundlage und weitere tolle Öle klingen super. Allerdings finde ich keine Inhaltsangabe und keine technischen Datenblätter. Falls du eine Dose da hast und das Etikett fotografieren magst, würde ich mich sehr freuen. Ohne eine genaue Info zu den Inhaltsstoffen bin ich lieber vorsichtig. Finde nur die Info, dass es auf Petroleumbasis hergestellt wurde und Bienenwachs enthält - allerdings nicht die Info, wie viel davon.

Eine selbst angesetzte Mischung von Bienenwachs mit Terpentinöl klingt für mich etwas verlockender. Ich habe bereits so viel wahllos gekaufte Chemie im Einsatz zur Metall- und Lackreinigung, dass ich es irgendwo charmant finde, auf die Inhaltsstoffe zu achten.

Habe gelesen, dass Wachs empfindlich gegen Wasser ist und man bei Eiche für oft benutzte Gegenstände besser Öl nehmen soll. Ist gar nicht so einfach.

@inch: Welchen Glutinleim ich verwende, ist eigentlich relativ egal - man soll ja sogar mit Gelantine gut leinem können. Habe von den Herausforderungen bei der Verarbeitung gehört. Denke noch mal über deinen Hinweis nach. Finde die Antik-Greef Videos so super, dass ich sie gerne 1:1 umsetzen würde. Welchen Zustand Fischleim bei der Verarbeitung hat, wusste ich gar nicht, nur dass der sehr fest werden soll. Fand bei Haut- und Knochenleim sehr charmant, dass man die Übermenge noch eine Zeit lang mit heißem Wasser abnehmen kann. Wenn das bei Fischleim auch geht ...

Autor:  inch [ Donnerstag 23. Mai 2019, 09:51 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Neues Projekt: 30er Jahre Phoenix M mit umlaufendem Fadengeber und Industrietisch

Fischleim ist wesentlich verarbeitungsfreundlicher als der normale zu erhitzende Knochenleim,Gelatine etc. Bei Knochenleim kannst du gar nicht so schnell gucken,wie der fest wird.
Bei Fischleim hast du wesentlich länger Zeit,die Teile zu fixieren und Überstände mit Wasser abzuwischen. Er hat etwa die Konsistenz von dickem Holzkaltleim und eignet sich perfekt zum Furnieren. Ich arbeite nur noch damit.

Autor:  guertl [ Donnerstag 23. Mai 2019, 10:03 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Neues Projekt: 30er Jahre Phoenix M mit umlaufendem Fadengeber und Industrietisch

zum Thema Holz usw.
Mir flog mal eine 206er im Kasten zu.
Den Kasten war für die Entsorgung bestimmt die Maschine für`s Regal.
Nach genauerer Betrachtung dieses Kasten wurde nichts daraus.
Es stellte sich heraus das es ein original Singer Cabinet (46?) aus der Zeit(30er Jahre) vor der Spanplatte ist, mit ca. 2mm Furnier.
Nach dem ersten Versuch, auf einem kleinen Brett, die alte Farbe runter zu kratzen war mir klar das alle Farbe runter kommt.
Dann hatte ich die Bretter geschliffen mit 150er, 250er und zum Schluss mit 400er Papier.
Was nun? Welche Beschichtung war das ursprünglich.
Also ab zu einer Restauratorin bzw. zu einer Klavierwerkstatt mit dem Schleifstaub und einem fertig geschliffenen Brett.
Beide waren der Meinung das es sich alten Nitrolack o.Ä. handelte, und es sicher nicht Schlack sei, vor allem auch deshalb da eine Schellackpolitur bei einer Massenproduktion zu aufwendig und zeitintensiv gewesen wäre.
Die Singer-Holzsockel die ich bis jetzt saniert habe wurden alle auf Empfehlung der Restauratorin mit Hartwachsöl (OSMO farblos seidenmatt) eingelassen, mit sehr gutem Ergebnis.
Laut Restauratorin kann ich das auch mit dem Kasten machen, auch wenn mir das Ergebnis zu wenig "original" sei, denn es sei überstreichbar.
Womit und wie hat sie kurz angerissen, war aber absolut nicht notwendig - wie auf den Bildern zu sehen.

Das gleiche habe ich einige Zeit später mit dem 48k Holzteilen gemacht.

Das beste daran ist auch, bei einem neuen Cut im Holz (passiert eh so gut wie nie) braucht man nicht herumfrickeln mit anschleifen und austupfen sondern einfach nur mit dem Hartwachsöl drüber wischen.
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Autor:  nicole.boening [ Donnerstag 23. Mai 2019, 10:37 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Neues Projekt: 30er Jahre Phoenix M mit umlaufendem Fadengeber und Industrietisch

Wow, genial. Ich bin so dankbar für eure Erfahrungen. Jede neue Info bringt mich ein Stück weiter. Anscheinend führen viele Wege nach Rom. Mal schauen welcher es bei mir wird.

Autor:  carco [ Sonntag 26. Mai 2019, 12:12 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Neues Projekt: 30er Jahre Phoenix M mit umlaufendem Fadengeber und Industrietisch

Gestern kam meine neue Dose Briwax. Die alte Dose hat ganz schön lange gehalten...

Inhaltsstoffe soweit beschrieben: Bienenwachs und Pflanzenöle auf Petroliumbasis.

Mehr verrät der Hersteller nicht, was auch kein Wunder ist. Wer offenbart schon seine erfolgreiche Tinktur?

Autor:  nicole.boening [ Sonntag 26. Mai 2019, 12:17 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Neues Projekt: 30er Jahre Phoenix M mit umlaufendem Fadengeber und Industrietisch

carco hat geschrieben:
Gestern kam meine neue Dose Briwax. Die alte Dose hat ganz schön lange gehalten...

Inhaltsstoffe soweit beschrieben: Bienenwachs und Pflanzenöle auf Petroliumbasis.

Mehr verrät der Hersteller nicht, was auch kein Wunder ist. Wer offenbart schon seine erfolgreiche Tinktur?
Danke für die Info: Keine Gefahrenhinweise auf der Dose?

Autor:  carco [ Sonntag 26. Mai 2019, 12:45 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Neues Projekt: 30er Jahre Phoenix M mit umlaufendem Fadengeber und Industrietisch

"Danke für die Info: Keine Gefahrenhinweise auf der Dose?"

Natürlich. Brennbar = ist ja schließlich auf Petroliumbasis.

Autor:  Hosenkürzer [ Dienstag 28. Mai 2019, 08:07 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Neues Projekt: 30er Jahre Phoenix M mit umlaufendem Fadengeber und Industrietisch

Hallo Günter,
guertl hat geschrieben:
Beide waren der Meinung das es sich alten Nitrolack o.Ä. handelte, und es sicher nicht Schlack sei, vor allem auch deshalb da eine Schellackpolitur bei einer Massenproduktion zu aufwendig und zeitintensiv gewesen wäre.
das glaube ich auch.

Sehr schön geworden!

Ich habe auch 2 solche ~30er-Jahre Schränke bearbeitet und dann aber trotzdem mit Schellack drüberpoliert.

Der Tisch von der 48K (der Kopf ist ja ein Prachtstück!) war aber sicher schellackpoliert. Desgleichen die Tischplatten der unzähligen K&K - Maschinen aus der Zeit. Und so um 1900 gabs ja auch schon die Massenproduktion von NM. Da hat man aber eben noch mehr Aufwand getrieben.

lG Helmut

Autor:  Helmut [ Sonntag 15. September 2019, 17:51 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Neues Projekt: 30er Jahre Phoenix M mit umlaufendem Fadengeber und Industrietisch

Hallo
Ich will mal meinen Senf dazugeben. In einer Industrie und Möbel Lackiererei, habe ich mehrfach beobachtet das der Meister die schadhafte Oberfläche mit 2 Komponenten Klarlack gespachtelt hat. Spachteln, härten lassen, anschleifen und so weiter. Das Holz muss wohl gut entfettet sein und Schellack oder Bienenwachs ist sicher auch kein guter Haftgrund. Um eine gleichmäßige Farbstruktur hinzubekommen hat der Meister auch gebeizt.

Helmut

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