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Curved Needle Wheeler & Wilson Nr. 3 von 1866 mit viel Zubehör entrosten
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Autor:  nicole.boening [ Montag 29. Juli 2019, 11:49 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Curved Needle Wheeler & Wilson Nr. 3 von 1866 mit viel Zubehör entrosten

Bei den schlimmen Fällen ist es wirklich eine gute Frage, wie viel Material noch vorhanden ist.

Ich arbeite bereits mit Rostumwandler - frage mich aber, wie genau ich den anwenden soll. Ich pinsel ihn unverdünnt drauf, warte etwas und gehe mit einer Drahtbürste drüber. Wie lange ist die Wartezeit? Muss ich den Rostumwandler wieder abnehmen? Mit Öl oder Wasser?Bisher war der Erfolg mäßig. Der Rost verändert die Farbe, und wenn ich Glück habe kann ich ihn danach etwas abbürsten. Letztlich wird aber aus dem roten Blumenkohl nur ein grauer.

Autor:  Liebelilla [ Montag 29. Juli 2019, 13:33 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Curved Needle Wheeler & Wilson Nr. 3 von 1866 mit viel Zubehör entrosten

Vor der Anwendung von Rostumwandler wird in der Regel das grobe und lose Rost entfernt. Erst dann wird der Rostumwandler aufgetragen.

Je nach Rostumwandler muss bis zu 24 Stunden einwirken. Manchen müssen nicht wieder entfernt werden, aber da bleibt dann eine schwarze "Lackschicht". Alle verfärben das Metall, vor allen da wo Rost gewesen ist. Man kann nach abwischen, noch fein schleifen und polieren... aber bei manchen Rostumwandler wird davon abgeraten, da es wieder zum rosten anfangen kann (vielleicht eher bei Teilen die draußen im Regen stehen, wie ein Auto). Da muss man die Anweisung von Hersteller beachten und ausprobieren.

Bei Rostumwandler geht es darum den Rost zu stoppen ohne viel Metall zu verlieren... oder in manche Fälle ohne viel schleifen zu müssen. Es wird nicht wie neu aussehen. Da wo der Rost schon gefressen hat, ist das Metall leider weg.

Du kannst stattdessen fein schleifen, polieren und dann hoffen dass nicht weiter rostet. Wird aber nicht viel anders aussehen. Bei Rostentferner, sei Elektrolyse, Säure oder Lauge Lösung, wird der Rost aufgelöst und nicht Umgewandelt, daher verlierst du mehr Material und eine Verfärbung der gesamte Teil ist auch möglich.

PS: Ach ja... das hätte ich fast vergessen. Manche Sammler sehen jeder Versuch die Maschine wieder neu aussehen zu lassen sehr Kritisch, weil es den Charakter/Geschichte eine alte Maschine zerstört. Neu Verchromen, alle Metall Teile blitze Blank polieren, neu lackieren, Decals restaurieren oder erneuern und die Patina komplett entfernen, ist für manche Sammler eine Zerstörung der Geschichte und der Maschine.

Autor:  nicole.boening [ Dienstag 30. Juli 2019, 13:25 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Curved Needle Wheeler & Wilson Nr. 3 von 1866 mit viel Zubehör entrosten

Hallo zurück,
so in etwa (nicht dogmatisch) sehe ich das auch. Was ich mache ist eine reine Funktions- bzw. Erhaltungsreinigung. Der Rost muss gestoppt, Dreck entfernt und die Oberfläche konserviert werden. Die Teile reinige ich so weit, dass man sie verwenden kann.
Ich habe mich bei den dünnen Teilen für wiederholte Behandlung mit Rostumwandler und Messingbürste entschieden. Das Zubehör verzeiht die Messingbürste. Gebürstet werden muss ganz vorsichtig, vorhin ist mir eine Spritze abgebrochen. Das war echt doof. Allerdings war wirklich nur noch Rost vorhanden.

Autor:  conny [ Dienstag 30. Juli 2019, 16:05 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Curved Needle Wheeler & Wilson Nr. 3 von 1866 mit viel Zubehör entrosten

der Glasfuß heart heart heart heart

Autor:  nicole.boening [ Mittwoch 31. Juli 2019, 10:49 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Curved Needle Wheeler & Wilson Nr. 3 von 1866 mit viel Zubehör entrosten

conny hat geschrieben: *
der Glasfuß heart heart heart heart
Ja, ist das nicht cool - extra damit man das Nähgut sieht.

Manchmal hasse ich mich übrigens selbst für meine Neugier. Die Maschine sieht jetzt irgendwie aus wie ein Hähnchen vom Grill:
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Hier noch ein paar Details:
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Hier noch der Beweis für den Originalzustand: Das Unterteil passt zur Stichplatte:
Nummer 221049
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Autor:  Nene [ Mittwoch 31. Juli 2019, 21:05 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Curved Needle Wheeler & Wilson Nr. 3 von 1866 mit viel Zubehör entrosten

Zum Thema Rost:

Um Rost zu entfernen eignet sich Phosphorsäure sehr gut.

Phosphorsäure entfettet und löst den Rost auf, Lack und Kunststoff lässt die Säure in ruhe.

Je nach dem wie lange man das Metall in der Säure liegen lässt wird das Metall dann Passiviert (Phosphatiert), das bedeutet das Metall fängt an sich schwarz zu verfärben.
Diese schwarze Schicht ist ein Rostschutz.

Phosphorsäure ist zwas eine Säure aber nicht so schlimm wie es sich anhört (ist z.B. auch in Cola drin), dennoch ist es eine Säure und der behandelte Gegenstand muss anschließend mit einer Lauge (Seifenwasser ist eine Lauge) neutralisiert werden.

Wie man sich beim Umgang mit Säuren schützt sollte jedem bekannt sein.

Gebt also bei der Suche im Web, der Bucht, nicht Rostumwandler oder Rostlöser ein sondern Phosphorsäure.
Nun werden Euch Produkte angezeigt die 85% Phosphorsäure sind. Jetzt seid Ihr richtig wenn es drum geht Rost zu beseitigen.



Orangenreiniger, Oxalsäure, Natron sind auch sehr gute Mittelchen für Haushalt und Werkstatt (jetzt nicht auf Rost bezogen).

Autor:  mahlekolben [ Mittwoch 31. Juli 2019, 22:19 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Curved Needle Wheeler & Wilson Nr. 3 von 1866 mit viel Zubehör entrosten

Klar muss halt sein, dass da, wo Rost schon ist, nur noch wenig edler Stahl sein kann.

Geht man da mit einem Mittelchen ran, gibt's Löcher. Das ist halt so.

Das Anlaufen der Materialien ist allerdings nur oberflächlich und kann weggeschliffen oder wegpoliert werden.

Gerade beim Polieren stehe ich auf Handarbeit ohne Maschineneinsatz, da Maschinen doch zu schnell zu viel Material abtragen.

Beim Schleifen kreuzweise vorgehen: Erst längs, bis die alte Oberfläche nicht mehr zu sehen ist, dann quer, bis die Längsschliffe nicht mehr zu sehen sind.

Dann feiner von vorne beginnen und keine Stufe der Körnung auslassen. Das gibt die besten Ergebnisse mit schön erhaltenen, scharfen Kanten. Maschinen lutschen gerne alles rund, das sieht dann auch doof aus.

Bei geraden, flachen Teilen kann man gerne ein Stück Schleifpapier auf eine Glasscheibe pappen. Das geht gut mit doppelseitigem Klebeband.

Politur ist eine eigene Art des Rostschutzes: Wo die Finger nicht hinpappen können und wo der Sauerstoff nur schlecht angreifen kann, hält es dann doch etwas länger. Aus diesem Grund wurden (werden) z.B. Schraubenköpfe und Hebel in der Uhrmacherei poliert.

Man darf aber auch nicht vergessen, dass die hier diskutierte Maschine schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Abgesehen von der Art der Wiederherstellung oder Restauration, die durchaus dem Zeitgeist unterliegt (früher wurde Restauriert, bis es besser war, als das Original!), darf man der Maschine (meiner Meinung nach!) Zeit und Leben durchaus ansehen.

Ist beim Menschen auch so. Und diese gebotoxten Exemplare da draußen mit ihren frisch gekachelten Esszimmern... Frauen sollen glänzen dürfen und ihre Männer in den Schatten stellen(!) - aber Männer, die sich ihre Haare färben, scheinen mir mit sich selbst unzufrieden und sind mir immer leicht suspekt...

Autor:  nicole.boening [ Freitag 2. August 2019, 08:09 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Curved Needle Wheeler & Wilson Nr. 3 von 1866 mit viel Zubehör entrosten

Huhu - ja, ich finde die Maschine darf Dellen und Kratzer haben. Immerhin wurde sie ja auch offenbar genutzt. Das hinterlässt Spuren. Die Maschine selbst habe ich jetzt komplett einmal gereinigt, geölt, konserviert und wieder zusammen gebaut.
Ich überarbeitete gerade die alten Anleitungen. Es gab so viele verschiedene Versionen der Maschine ...
Danach schau ich noch mal nach dem Rost des Zubehörs.
Den Tisch hab ich mit Spuritus gebürstet, leicht geschliffen und geölt. Schleifen und ölen werde ich noch ein paar Mal wiederholen.

Autor:  nicole.boening [ Dienstag 6. Oktober 2020, 02:46 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Curved Needle Wheeler & Wilson Nr. 3 von 1866 mit viel Zubehör entrosten

Woran man merkt, dass man noch nicht bereit ist, eine Nähmaschine gehen zu lassen.
Ich dachte, ich wäre bereit, diese Maschine an einen Liebhaber zu verkaufen - Mein Motto: Alles weg, was nur Deko ist und nicht wirklich zum Nähen verwendet wird. Da das hier allein wegen der heftigen Kosten für die alten Nadeln der Fall ist - war ich also bereit zu verkaufen. Bis...

Jemand schrieb, er würde für das von mir geforderte Geld den Maschinenkopf nehmen - für einen Freund, der sie restauriert.

Ich so: Schickst du mir den Kopf deiner Oma, bekommst du den Kopf meiner Maschine. Bin ich zu verbohrt? Mein Gott, eine solche Maschine mit dem Original-Tisch und einem alten Riemen aus roher Tierhaut ist doch ein Gesamtkunstwerk, oder was meint ihr? Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen wegen dem unmoralischen Angebot.

Autor:  Petersilie [ Dienstag 6. Oktober 2020, 07:39 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Curved Needle Wheeler & Wilson Nr. 3 von 1866 mit viel Zubehör entrosten

nicole.boening hat geschrieben: *

Jemand schrieb, er würde für das von mir geforderte Geld den Maschinenkopf nehmen - für einen Freund, der sie restauriert.

Ich so: Schickst du mir den Kopf deiner Oma, bekommst du den Kopf meiner Maschine. Bin ich zu verbohrt? Mein Gott, eine solche Maschine mit dem Original-Tisch und einem alten Riemen aus roher Tierhaut ist doch ein Gesamtkunstwerk, oder was meint ihr? Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen wegen dem unmoralischen Angebot.
Das erinnert mich irgendwie an Tierschutz: Du befreist einen Hund doch nicht von der Kette, damit ihn anschließend jemand in einen Zwinger sperrt.

So ein Angebot ist wirklich unmoralisch.

Wenn Du das Geld nicht dringend brauchst, das dir der Interessent dafür bietet...dann würde ich im Interesse des Gesamtarragengements handeln.

Herzliche Grüße

-Petersilie

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