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BeitragVerfasst: Dienstag 20. August 2019, 08:41 
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Edelschrauber
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Hallo ihr,
da in der letzten Zeit so viel Plastik über meinen Tisch geht - habe ich ein Beitrag aus den Aufnahmen und Gedanken zum oben genannten Thema gemacht. Der Beitrag ist etwas lang geraten und etwas konfus, aber vielleicht trotzdem eine gute Diskussionsgrundlage. Was meint ihr zu dem Thema? Welche ist eure Maschine für die Ewigkeit? Wie viel Energie steckt ihr in die Instanthaltung von Maschinen mit Plastik - welche Grenzen habt ihr?

https://youtu.be/Nn9uHwLdz6Y
Dateianhang:
Video.JPG
Hier der Text zum Video:

Ein Spruch von Nutzern, Verkäufern und Sammlern alter Haushaltsnähmaschinen ist "Diese Maschine ist für die Ewigkeit gebaut". Manche Nähmaschinen kommen wirklich ganz nah an die Ewigkeit heran und können über viele Generationen ihren aktiven Dienst verrichten. Welche Eigenschaften müssen sie dafür besitzen und was spricht gegen einen Dienst bis in die Ewigkeit? In welchen Jahrzehnten wurden Nähmaschinen gebaut, mit denen ich glücklich und bis in alle Ewigkeit nähen kann? Dazu habe ich mir ein paar Gedanken gemacht und stelle ein paar Nähmaschinen vor, die für mich dieses Ewigkeitskriterium erfüllen - oder aber auch eher nicht.

Dabei geht es um eine rein subjektive Einschätzung. Ich beziehe mich bei der Bewertung auf den Umstand, dass ich persönlich keine Bauteile der Nähmaschine ersetzen möchte. Wenn es Menschen gibt, die Nähmaschinen nach 1963 mit 3-D-Drucker oder neuen Zahnriemen und Scheiben neues Leben einhauchen und ihnen auf diese Weise einen Platz an der Tafel der Ewigen ermöglichen - finde ich es unglaublich bewundernswert und spannend und ich möchte auch jeden dazu ermutigen. Mir fehlen dafür leider die Geräte und Mittel. Aber auch da wird die technische Entwicklung vielleicht in Kürze einfache Lösungen bieten. Selbst Fachhandel und Mechaniker lehnen eine Reparatur dieser Maschinen meistens ab. Auch aus Kostengründen ist es für viele kein Weg - deshalb braucht es dafür Idealisten und Bastler.

Versteht diesen Beitrag als Diskussionsgrundlage und Anregung für einen Weg aus der Wegwerfgesellschaft. Nutzt auch Maschinen nach Einzug der vergänglichen Kunststoffe so lange wie möglich. Immer dran denken: Werden diese Maschinen regelmäßig gereinigt, geölt und gewartet - und müssen so keinen übermäßigen Stress ertragen - können auch diese Maschinen ein langes aktives Leben genießen.

In diesem Sinne - an die Nadel, Leute.

Hinweis:
Ich habe leider noch kein gutes und günstiges Programm gefunden, mit dem ich die Tonspur gut mit der Videospur verheiraten kann - das ist meine nächste Aufgabe fürs nächste Video. Falls jemand Tipps hat, her damit.


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BeitragVerfasst: Dienstag 20. August 2019, 16:21 
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Edelschrauber
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das war wie ein Besuch auf'n Kaffee (ohne Kaffee, dafür mit Musik)

Danke für's Zusammenschneiden, Basteln, Denken und Mitteilen.

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BeitragVerfasst: Dienstag 20. August 2019, 16:37 
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Edelschrauber
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Manohara hat geschrieben: *
angehört smile

das war wie ein Besuch auf'n Kaffee (ohne Kaffee, dafür mit Musik)

Danke für's Zusammenschneiden, Basteln, Denken und Mitteilen.
Hätte dir gerne einen angeboten … ich hatte auf alle Fälle einen in der Hand.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 21. August 2019, 09:11 
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Edelschrauber
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Nähmaschinen sind ein klasse Beispiel.
Wünschen würde ich mir, dass alle Produzenten, von was auch immer, auf Haltbarkeit achten.
Für meinen Geschmack sollte die Verwendung von Kunststoff auch aus umwelttechnischen Gründen so weit wie möglich zurückgefahren werden.

Was ich zum Beispiel immer so blöd finde:
Autos werden immer raffinierter gebaut, aber wenn man sie wirklich benutzt, sind sie schnell nur noch halb so attraktiv.
Alle Stellen, die angeschlagen oder zerkratzt werden können, an Türen und Klappen, sollten für meinen Geschmack mit Edelstahl oder Gummi geschützt werden.
Ähnlich, wie der Schutz, der bei SUVs am Boden der Heckklappe eingebaut wurde (und inzwischen meistens aus Plastik ist, oder silbern lackiert).

(im Deutschen Museum in Braunschweig gibt es einen Porsche aus Edelstahl. Wenn dessen Fahrgestell auch haltbarer konstruiert wäre, wäre der echt ein Hunderte-Jahre-Gerät ... wie die PFAFF 130 biggrin )

Aber das ist ein anderes Thema. Gebe ich zu. tongue

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BeitragVerfasst: Mittwoch 21. August 2019, 10:04 
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Edelschrauber
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Ich finde schon, dass das auch zum Thema gehört. Die Hersteller denken natürlich daran, dass auch in Zukunft noch genug Bedarf da ist.
Interessant ist, dass ich auf das Video mehrfach die Rückmeldung bekommen habe, die DDR Maschinenhersteller wären gesetzlich dazu verpflichtet gewesen, für die Ewigkeit zu bauen. Da auch dort Kunststoffzahnräder zu finden sind, schätze ich, sie gehören zu den guten wie die für Zickzack von Pfaff oder Adler. Auch die Pleuel wären wohl nicht wie hier in Aluguss produziert worden. Eine andere Rückmeldung auf Facebook war, dass haltbarer Kunststoff nur ein paar Cent teurer ist, als die Teile, die dann kalkuliert kaputt gehen. Man müsste also an Moral appellieren. Nähmaschinen für 80 Euro müssen einfach nicht sein - wenn jemand wirklich kein Geld hat - gibt es auch Wege über den Gebrauchtmarkt an eine vernünftige Maschine zu kommen - aber auch das ist nicht im Interesse von Herstellern. Irgendwie ja verständlich, aber nicht verantwortungsbewusst dem Planeten gegenüber. Wie brauchen eine streng durchgesetzte Verpflichtung wie sie offenbar damals in der DDR vorhanden war. Interessantes Thema auf jeden Fall. excla

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BeitragVerfasst: Mittwoch 21. August 2019, 10:11 
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Vor geraumer Zeit habe ich mal ein einer Firma gearbeitet, die damals eine Getriebenaben (Nabenschaltung) für Fahrräder entwickelt hat.
Wir befinden uns im Fahrradbereich in einer sich sehr schnell wandelnden und innovativen Branche mit nicht unerheblichem Focus auf Leichtbau. Trotzdem wurde das Getriebe fast schon übertrieben robust konstruiert - für die Ewigkeit. Daraus ergab sich zwangsläufig ein damals erschreckend hoher Kaufpreis. Der Markt hat das Produkt aber akzeptiert und heute, nach über 20 Jahren! wird das Getriebe immer noch in fast unveränderter Form hergestellt und verkauft und erfreut sich - zumindest dort wo es nicht in erster Linie auf Leichtbau ankommt - großer Beliebtheit.

Was will ich damit sagen?
Auch wenn es für Firmen bzw. deren Entscheider leicht ist zu sagen:
-Diese Qualität würde uns doch keiner bezahlen
-Wenn wir nicht regelmäßig was neues bringen werden wir vom Markt überholt
-Wir verlieren den Kunden direkt nach dem Kauf, da er ja nie ein weiteres Produkt (nach)kaufen muss wenn das alte ewig hält

Trotzdem ist genau dieses Produkt ein sehr gutes Beispiel dafür dass es EBEN DOCH möglich ist.
Bleibt die Frage: Ist das die Ausnahme, die die Regel bestätigt oder würde so etwas in anderen Bereichen auch gehen?

Ich glaube spätestens mit der Integration von Mikroelektronik in prinzipiell mechanische Produkte (ich rede hier also nicht von Smartphones) wird es zunehmend schwieriger, da die Leute solche, dem (elektronisch) technischen Fortschritt folgenden Features nicht mehr missen wollen.
Auch wenn man sich die Frage stellen darf ob meine Küchenmaschine, meine Fotokamera oder eben meine Nähmaschine nun unbedingt WLAN oder Sprachsteuerung braucht...

Grüße, Peter...

_________________
Diverse schwarze und graue Pfaffs
Veritas Textima 8014/4402


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BeitragVerfasst: Mittwoch 21. August 2019, 10:21 
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Edelschrauber
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Gute Frage, die aber eben auch der Verbraucher beantworten muss … meine Waschmaschine hat auch WLAN - was ihr im Keller aber nicht wirklich weiter hilft. SO kann sie aber wenigstens nicht ohne mich einfach neues Waschmittel bestellen. biggrin

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BeitragVerfasst: Mittwoch 21. August 2019, 10:43 
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Wohnort: 97440 Werneck - Ettleben
nicole.boening hat geschrieben: *
Ich finde schon, dass das auch zum Thema gehört. Die Hersteller denken natürlich daran, dass auch in Zukunft noch genug Bedarf da ist.
Interessant ist, dass ich auf das Video mehrfach die Rückmeldung bekommen habe, die DDR Maschinenhersteller wären gesetzlich dazu verpflichtet gewesen, für die Ewigkeit zu bauen. Da auch dort Kunststoffzahnräder zu finden sind, schätze ich, sie gehören zu den guten wie die für Zickzack von Pfaff oder Adler. Auch die Pleuel wären wohl nicht wie hier in Aluguss produziert worden. Eine andere Rückmeldung auf Facebook war, dass haltbarer Kunststoff nur ein paar Cent teurer ist, als die Teile, die dann kalkuliert kaputt gehen. Man müsste also an Moral appellieren. Nähmaschinen für 80 Euro müssen einfach nicht sein - wenn jemand wirklich kein Geld hat - gibt es auch Wege über den Gebrauchtmarkt an eine vernünftige Maschine zu kommen - aber auch das ist nicht im Interesse von Herstellern. Irgendwie ja verständlich, aber nicht verantwortungsbewusst dem Planeten gegenüber. Wie brauchen eine streng durchgesetzte Verpflichtung wie sie offenbar damals in der DDR vorhanden war. Interessantes Thema auf jeden Fall. excla
serv

ich sage : nicht alles was in der damaligen Ost Zone hergestellt wurde muß schlecht gewesen sein …

die Maschinenbauer (egal ob Haushaltgeräte oder Bau-, Land-Maschinen) konnten nur aus den vorhandenen Materialien fertigen

infolge des nicht Vorhandenseins von Nylon
knappen Ressourcen von Aluminium
usw.
griff man dann dort ins regal, wo der Konstruktionszweck am ehesten erfüllbar war

daraus eine gesetzliche Verpflichtung abzuleiten halte ich für überzogen

_________________
gruß dieter
der mechaniker


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BeitragVerfasst: Mittwoch 21. August 2019, 11:09 
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Einfädler
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Wohnort: 7111 Parndorf, Österreich
Ich finde dieses Thema sehr interessant, vor allem auch weil man es auf verschiedenste Gerätschaften und Objekte ausdehnen könnte. Zum Beispiel Kaffeemühlen. Wir haben einige Zuhause und diese funktionieren auch. Gestern erst habe ich mir der Kaffeemühle meiner Urgroßmutter ein wenig Kaffee gemahlen. Wir besitzen aber auch eine elektrische Maschine. Diese besteht schon aus Kunststoff. Sie macht das Leben aber leichter und mahlt mehr Kaffee in vergleichbarer Zeit als die mechanische Maschine. Trotzdem wird die mechanische Maschine wohl noch länger auf der Erde weilen als ich. Bei der elektrischen ist das jedoch fragwürdig. Zum Punkt Nähmaschinen, da alle meine Maschinen zu 100% aus Metall bestehen könnte man sie alle zu Maschinen zählen welche bei etwas Pflege ewig halten. Nur höhlt steter Tropfen den Stein und irgendwann ist es dann aus. Sicher kann man durch austauschen von Teilen die Maschine reparieren aber ist das dann die Nähmaschine die von der Fabrik „ausgegeben“ wurde oder eine andere?

_________________
Beste Grüße von Adria, Biesolt & Locke, Courier, Dürkopp, der Firma A. Gregor & Co, Gritzner, Haid & Neu, Helvetia, Jax, Kayser, Minerva, Pfaff, Pick, Rast & Gasser, Seidel & Naumann, Singer, Stoewer, Vesta, und Winselmann.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 21. August 2019, 13:01 
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Edelschrauber
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Wohnort: Norddüütschland
314ter hat geschrieben: *
Vor geraumer Zeit habe ich mal ein einer Firma gearbeitet, die damals eine Getriebenaben (Nabenschaltung) für Fahrräder entwickelt hat.
Rohloff Speedhub? wink

Zitat:
ich sage : nicht alles was in der damaligen Ost Zone hergestellt wurde muß schlecht gewesen sein …

die Maschinenbauer (egal ob Haushaltgeräte oder Bau-, Land-Maschinen) konnten nur aus den vorhandenen Materialien fertigen

infolge des nicht Vorhandenseins von Nylon
knappen Ressourcen von Aluminium
usw.
griff man dann dort ins regal, wo der Konstruktionszweck am ehesten erfüllbar war

daraus eine gesetzliche Verpflichtung abzuleiten halte ich für überzogen
Sehe ich auch so.

Ich denk die Firmen waren eher verpflichtet für 25 Jahre Ersatzteile vor zuhalten. Was bei knappen Ressourcen und "Mangelwirtschaft" ja auch Sinn macht bei . Die Gerätschaften müssen halt am Leben erhalten werden.

EDIT:

Ich benutze (als Wessi) übrigens gern einige DDR Produkte. Vom Werkzeug, Brennstempel, über Nähma ET bis zum Regenpilz für den Garten sind einige Ostprodukte bei mir vorhanden. Und es werden sicher noch welche folgen.

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Mit'm Öl nich sparsam sein!

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Zuletzt geändert von adler104 am Mittwoch 21. August 2019, 13:44, insgesamt 4-mal geändert.

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