Verifizierte Singer Seriennummern aus Wittenberge bis 1945 zur Baujahrbestimmung

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inch
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Verifizierte Singer Seriennummern aus Wittenberge bis 1945 zur Baujahrbestimmung

#1 Beitrag von inch »

Angeregt durch Helmuts Bemühungen,die Bestimmung des Baujahres der Wittenberger Singer Nähmaschinen zu präzisieren,fing ich an,mich mit diesem Thema zu beschäftigen und fand zu meinem Erstaunen erhebliche Abweichungen zu den vom V.K.e.K. publizierten Daten.
Ich bitte euch,verifizierbare Maschinen hier einzustellen,um Helmuts Liste weiter zu vervollständigen.
Ich fange mal mit einer Singer 15D90 an (anfallender Staub auf den Fotos ist der Baustelle geschuldet wink )
Die hier gezeigte Maschine hat laut V.K.e.K. das Baujahr 1924,wurde aber erst 1933 im Werk eingenäht.
Interessant ist auch die Plakette Singer Corp. statt singer wittenberge trotz C-Nr.
Die Nr. auf dem Einnäh-Nachweis ist nicht identisch mit der Maschinennr,warum auch immer. Das spielt aber keine Rolle,weil beide Nummern für 1924 gelistet sind,
aber erst 1933 produziert wurden.
Die Druck-Daten 1.32 weisen die Singer-Gütekontrolle als im Januar 1932 gedruckt aus.
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hutzelbein
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Re: Verifizierte Singer Seriennummern aus Wittenberge bis 1945 zur Baujahrbestimmung

#2 Beitrag von hutzelbein »

Die Detektivarbeit fängt ja gleich lustig an! Mir wäre das zu viel Arbeit. Aber bitte, damit das Register voll wird:

C3073379 Singer 206D mit gekrümmter Transporteuerschiebewelle und glatter Kopfblende (befindet sich in meinem Besitz). Singer Emblem Aufkleber bindet sich auf der Rückseite der Maschine, hinter dem Rucksackmotor versteckt. Baujahr unbekannt. Diese Maschine weist gegenüber späteren Maschinen auch Unterschiede auf der Greiferantriebswelle auf. Es gibt für die beiden exzentrischen Stellringe auf der Greiferantriebswelle je zwei Abflachungen auf die Madenschräubchen treffen müssen. Bei späteren Modellen gibt es insoweit nur je eine. Auf der Greiferantriebswelle steht bei dieser Maschine die Singer Part No. Wenn diese bei der Einstellung des Greifer-Timings genau senkrecht nach unten steht, stimmt auch das Transporteur-Timing automatisch. Ich erwähne das, weil es dazu keine Reparaturanweisung gibt. Bei späteren Modellen kommt man normalerweise mit der Reparaturanweisung zur 206K klar.

C3349585 Singer 206D vermutlich baugleich wie C3073379. Kopfblende ist glatt. Den Unterbau kann ich leider nicht sehen (habe ich auf Ebay-Kleinanzeigen im Visier). Singer Emblem ist ein angenietes Metallschild, das sich auf der Frontseite der Maschine befindet.

C3518799 Singer 206D mit gerader Transporteurschiebewelle und verzierter Kopfblende. Diese Maschine ist im Nähmaschinenverzeichnis abgebildet und ist angeblich das Modell von 1930. Singer Emblem Aufkleber befindet sich auf der Frontseite der Maschine.

C3526595 baugleich mit C3518799 (befindet sich in meinem Besitz). Baujahr unbekannt. Original Gebrauchsanleitung ohne Jahreszahl Form 2748/138 DIN A6.

C3662711 baugleich mit C3518799 (befindet sich in meinem Besitz). Baujahr unbekannt. Original Gebrauchsanleitung ohne Jahreszahl Form 2748/838 DIN A6.

Für weitere Zubehörteile habe ich auch Original Gebrauchsanleitungen mit diversen Form Nummern. Aber ebenfalls leider ohne Jahreszahl. Original Kaufbelege habe ich leider keine. Einziger Fixpunkt ist für mich die Maschine, die im Nähmaschinenverzeichnis abgebildet ist und angeblich das Modell 1930 sein soll.
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hutzelbein
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Re: Verifizierte Singer Seriennummern aus Wittenberge bis 1945 zur Baujahrbestimmung

#3 Beitrag von hutzelbein »

inch hat geschrieben:Interessant ist auch die Plakette Singer Corp. statt singer wittenberge trotz C-Nr.
Die Nr. auf dem Einnäh-Nachweis ist nicht identisch mit der Maschinennr,warum auch immer.
Es kann durchaus sein, dass deine Maschine in Kilbowie hergestellt wurde oder nur der bereits lackierte Rohling. In Wittenberge wurde dann eine Seriennummer eingestanzt und die Maschine fertig zusammengebaut. Natürlich hat es bei Singer im Rahmen einer sinnvollen Arbeitsteilung auch konzerninterne Innenumsätze gegeben. Wichtig war dabei für Singer eine möglichst gleichmäßige hohe Auslastung der Kapazitäten aller Konzernbetriebe. Singer wollte keine Überstunden bezahlen. Maschinenstillstand und hohe Fixkostenbelastung wollte Singer allerdings auch nicht. Lange Umrüstzeiten von Maschinen konnte Singer auch nicht gebrauchen. In Wittenberge wurden mit Sicherheit auch Maschinen für UK hergestellt, aber so, dass das in UK niemand einfach erkennen konnte. Ich meine mich zu erinnern, dass ich zu diesem Thema auf einer englischen Webseite bereits mal was gelesen habe. Deutsche Maschinen waren im Ausland damals nicht besonders beliebt. Protektionische Einstellungen hat es damals noch viel extremer gegeben, als wir uns das heute vorstellen können. Mit Tarnen und Täuschen hat Singer den Engländern aber trotzdem in Deutschland hergestellte Maschinen untergejubelt, wie das umgekehrt vermutlich auch der Fall war.

Kilbowie liegt an der Clyde und Wittenberge an der Elbe. Das war für Singer relativ einfach, mit dem Schiff Nähmaschinen oder Teile davon hin- und her zu transportieren. Wenn ein Schiff beladen ankam, musste es auch wieder beladen zurückfahren.
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Hosenkürzer
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Re: Verifizierte Singer Seriennummern aus Wittenberge bis 1945 zur Baujahrbestimmung

#4 Beitrag von Hosenkürzer »

Hallo Klaus,

inch hat geschrieben:Angeregt durch Helmuts Bemühungen,die Bestimmung des Baujahres der Wittenberger Singer Nähmaschinen zu präzisieren,fing ich an,mich mit diesem Thema zu beschäftigen und fand zu meinem Erstaunen erhebliche Abweichungen zu den vom V.K.e.K. publizierten Daten.
Ich bitte euch,verifizierbare Maschinen hier einzustellen,um Helmuts Liste weiter zu vervollständigen.
Ich fange mal mit einer Singer 15D90 an (anfallender Staub auf den Fotos ist der Baustelle geschuldet wink )
Die hier gezeigte Maschine hat laut V.K.e.K. das Baujahr 1924,wurde aber erst 1933 im Werk eingenäht.
Interessant ist auch die Plakette Singer Corp. statt singer wittenberge trotz C-Nr.
Die Nr. auf dem Einnäh-Nachweis ist nicht identisch mit der Maschinennr,warum auch immer. Das spielt aber keine Rolle,weil beide Nummern für 1924 gelistet sind,
aber erst 1933 produziert wurden.
Die Druck-Daten 1.32 weisen die Singer-Gütekontrolle als im Januar 1932 gedruckt aus.
die Maschine auf dem Bild ist eine 15D26. Zu der gehört vermutlich die graue Ausweiskarte.

Die 15D90 (Motorversion der 15D88) hat schon den neueren Stichstellerhebel, kann rückwärts nähen und wird (zum Unterschied zur 15D26) von rechts nach links eingefädelt.

Schau´ bitte mal nach, welche Maschine in der aufgeschlagenen BA beschrieben ist.
Vor allem wie sie eingefädelt wird und ob sie rückwärts näht.

Ich glaube, der Motor der 15D90 wurde dann irgendwann nachträglich auf die 15D26 montiert.

Die 15D90 können wir ja auch ohne Bild in die Tabelle aufnehmen.

lG Helmut

Hosenkürzer
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Re: Verifizierte Singer Seriennummern aus Wittenberge bis 1945 zur Baujahrbestimmung

#5 Beitrag von Hosenkürzer »

Hallo hutzelbein,
hutzelbein hat geschrieben:Die Detektivarbeit fängt ja gleich lustig an! Mir wäre das zu viel Arbeit. Aber bitte, damit das Register voll wird:

C3073379 Singer 206D mit gekrümmter Transporteuerschiebewelle und glatter Kopfblende (befindet sich in meinem Besitz). Singer Emblem Aufkleber bindet sich auf der Rückseite der Maschine, hinter dem Rucksackmotor versteckt. Baujahr unbekannt. Diese Maschine weist gegenüber späteren Maschinen auch Unterschiede auf der Greiferantriebswelle auf. Es gibt für die beiden exzentrischen Stellringe auf der Greiferantriebswelle je zwei Abflachungen auf die Madenschräubchen treffen müssen. Bei späteren Modellen gibt es insoweit nur je eine. Auf der Greiferantriebswelle steht bei dieser Maschine die Singer Part No. Wenn diese bei der Einstellung des Greifer-Timings genau senkrecht nach unten steht, stimmt auch das Transporteur-Timing automatisch. Ich erwähne das, weil es dazu keine Reparaturanweisung gibt. Bei späteren Modellen kommt man normalerweise mit der Reparaturanweisung zur 206K klar.

C3349585 Singer 206D vermutlich baugleich wie C3073379. Kopfblende ist glatt. Den Unterbau kann ich leider nicht sehen (habe ich auf Ebay-Kleinanzeigen im Visier). Singer Emblem ist ein angenietes Metallschild, das sich auf der Frontseite der Maschine befindet.

C3518799 Singer 206D mit gerader Transporteurschiebewelle und verzierter Kopfblende. Diese Maschine ist im Nähmaschinenverzeichnis abgebildet und ist angeblich das Modell von 1930. Singer Emblem Aufkleber befindet sich auf der Frontseite der Maschine.

C3526595 baugleich mit C3518799 (befindet sich in meinem Besitz). Baujahr unbekannt. Original Gebrauchsanleitung ohne Jahreszahl Form 2748/138 DIN A6.

C3662711 baugleich mit C3518799 (befindet sich in meinem Besitz). Baujahr unbekannt. Original Gebrauchsanleitung ohne Jahreszahl Form 2748/838 DIN A6.

Für weitere Zubehörteile habe ich auch Original Gebrauchsanleitungen mit diversen Form Nummern. Aber ebenfalls leider ohne Jahreszahl. Original Kaufbelege habe ich leider keine. Einziger Fixpunkt ist für mich die Maschine, die im Nähmaschinenverzeichnis abgebildet ist und angeblich das Modell 1930 sein soll.
danke für die Auflistung.

In die Tabelle möchte ich aber nur Maschinen aufnehmen, zu denen es ein zuordenbares, datiertes Dokument gibt. Sonst wird sie zu umfangreich und zu wenig aussagekräftig.

lG Helmut

inch
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Re: Verifizierte Singer Seriennummern aus Wittenberge bis 1945 zur Baujahrbestimmung

#6 Beitrag von inch »

Hosenkürzer hat geschrieben:Hallo Klaus,
die Maschine auf dem Bild ist eine 15D26. Zu der gehört vermutlich die graue Ausweiskarte.
Die 15D90 (Motorversion der 15D88) hat schon den neueren Stichstellerhebel, kann rückwärts nähen und wird (zum Unterschied zur 15D26) von rechts nach links eingefädelt.
Schau´ bitte mal nach, welche Maschine in der aufgeschlagenen BA beschrieben ist.
Vor allem wie sie eingefädelt wird und ob sie rückwärts näht.
Ich glaube, der Motor der 15D90 wurde dann irgendwann nachträglich auf die 15D26 montiert.
Die 15D90 können wir ja auch ohne Bild in die Tabelle aufnehmen.
lG Helmut
Hallo Helmut,
genau so ist es... Die Maschine auf dem Foto ist eine 15D26 und näht demzufolge auch nicht rückwärts.
Die BA hat den Titel Singer 15,der Faden wird von links nach rechts eingefädelt.
Durch die Seriennr. der 15D90 ist klar,daß die 15D26 ebenfalls 1933 gebaut wurde.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Hosenkürzer
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Re: Verifizierte Singer Seriennummern aus Wittenberge bis 1945 zur Baujahrbestimmung

#7 Beitrag von Hosenkürzer »

Hallo Klaus,

die BA und die Ausweiskarte gehören also zur 15D26.

Ich würde daher vorschlagen, wir nehmen nur die Daten der 15D90 und des Motors, der offensichtlich dazugehört hat, in die Liste auf.
Wie schon gesagt, wenn wir unbelegte Maschinen (die wir dann natürlich auch ungefähr zuordnen können) auch listen, dann kommen wir ins Uferlose.

lG Helmut

inch
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Re: Verifizierte Singer Seriennummern aus Wittenberge bis 1945 zur Baujahrbestimmung

#8 Beitrag von inch »

Das sehe ich auch so,immerhin,schon mal 1 mehr...
Andere werde ich erst im Frühjahr 2019 nachreichen können,wenn die Bauarbeiten (hoffentlich) beendet sind.
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carco
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Re: Verifizierte Singer Seriennummern aus Wittenberge bis 1945 zur Baujahrbestimmung

#9 Beitrag von carco »

Ich besitze eine Kl. 66 mit der Nummer C2684240.
Bei der Maschine dabei war ein Heft Form 2685. 7.29.

Beides gehörte wohl auch immer zusammen, aber es gibt kein Einnähnachweis oder ähnliches.

Laut der Seriennummernverzeichnis des Veritasclubs wäre die Maschine von 1924.

Neben der Kl. 66 habe ich auch eine Kl. 15-88 die laut Nummernverzeichnis aus dem gleichen Jahr stammen soll.
Hier ist zwar auch das C voran gestellt, aber die Messingplakette ist engl. C2580985

Vielleicht wurden auch komplette Maschinen aus Schottland hierher geschafft, oder ist gesichert das man in Wittenberge die gesamte Produktionslinie herstellte?
Zuletzt geändert von carco am Dienstag 18. Dezember 2018, 16:37, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Verifizierte Singer Seriennummern aus Wittenberge bis 1945 zur Baujahrbestimmung

#10 Beitrag von Alex.. »

hutzelbein hat geschrieben:... Kilbowie liegt an der Clyde und Wittenberge an der Elbe. Das war für Singer relativ einfach, mit dem Schiff Nähmaschinen oder Teile davon hin- und her zu transportieren. Wenn ein Schiff beladen ankam, musste es auch wieder beladen zurückfahren...
:lol27: Nur dass mit "Schiffen" die in Wittenberge die (oder einem Nebenarm der) Elbe befahren konnte/kann, nicht Kilbowie (oder in deren Nähe, bspw. Greenock als Hochsee-Hafen) anfahren kann. Ein so kleines (Binnengewässer-)Frachtschiff kann die Nordsee, den Ärmelkanal, den St.-Georgs-Kanal, die Irische See, den Firth of Clyde nie-nicht befahren. Dazu sind große seegehende Schiffe (und nach allen Regeln der Schifffahrt vorschrieben), mindesten "Mittlere Fahrt" nötig. Es bedarf also des mehrfachen Umladens!
Masch.: Angela 40, Elna Lotus SP, Pfaff tipmatic 6122, Veritas 8014/4139, Famula 4891, 4892, Husqbvarna Desugner Jade 35, Singer 81A1, Victoria Artisan 400, Babylock BL4-838DF, Singer 14U454B + viele Nähma. im Familienzentr. Rinteln, z. techn. Betr.

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