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 Betreff des Beitrags: Pfaff 138 Schlaufen
BeitragVerfasst: Samstag 15. September 2018, 16:22 
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Registriert: Dienstag 3. April 2018, 12:58
Beiträge: 13
Wohnort: Wismar
Hallo!

Zuallererst - ich bin was Nähmaschinenmechanik angeht, ein Anfänger. Mehr als Fadenspannung einstellen und gelegentliches Ölen kann ich bisher eigentlich nicht.
Ich habe natürlich trotzdem schon vorab zu meinem Problem recherchiert, hier und an anderen Orten. Ich habe Bedienungs- und Justieranleitungen für Pfaff 38/130/138 gelsen und sogar einen Nähmaschinenmechaniker beauftragt und Geld investiert - ohne, daß es mir geholfen hätte. Letzterer räumte zwar ein, daß er sich eher mit Haushaltsmaschinen auskenne, aber er war nach Anderhalb Stunden Geschraube der Meinung, alles sei eigentlich richtig eingestellt und er wisse auch nicht, woran es liegt.

Ich hoffe hier, evtl. noch andere Ansätze zu finden, denen ich nachgehen kann, bevor ich die Maschine aufgebe.

Zum Problem:

Meine Pfaff 138 läßt beim Nähen unten den Oberfaden als Schlaufen stehen, die je nach Oberfadenspannung von ca. 3mm bis 1cm Größe variieren. Natürlich verheddert sich der Greifer nach ein paar Stichen und alles muß zerlegt werden. Ich kann die Schaufen fast negieren, wenn ich die Oberfadenspannung so extrem hoch einstelle, daß man auf dem Garn Violine zupfen kann. Die Unterfadenspannung ist nach Anleitung korrekt eingestellt (Yojo). Obwohl ich mit ziemlich starkem Garn nähe (Rasant 25er und dicker - auf den Bildern blau), reisst es natürlich sehr schnell, oder die Nadel verbiegt und haut mir auf die Platte, worauf ich jedesmal die Nadelstange neu einstellen muß.

Reines Polyestergarn (auf den bildern weiß) näht dabei aber besser, so daß ich dachte, es läge an dem Garn und/oder der Nadelgröße (110-130er), allerdings muß auch da die Oberfadenspannung recht hoch sein. Außerdem hat meine Pfaff 478 mit denselben Garnen und Nadelgrößen überhaupt keine Probleme.

Greifen tut der Greifer gut, da gibts bei Nadelposition/Greiferspitze nichts zu beanstanden. Mir als Laie kommt es so vor, als würde die Nadel nicht imstande sein, den Oberfaden durchs Nähgut weit genug nach oben zu ziehen.

Greifer und Unterfadenspule wurden schon erneuert (nur der Vollständigkeit halber), Nadeln sind nat. auch neu (so oft wie die abgebrochen sind). Ich habe keine Ideen mehr.
Und wie so oft bei Problemen - das kam plötzlich - früher gings noch wunderbar.

Für Hinweise und (De)Montageanleitungen bin ich dankbar. Gerne mache ich auch Fotos, wenn definiert, wovon.

LG,
Ray


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_________________
Viele Grüße,
Ray
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 Betreff des Beitrags: Re: Pfaff 138 Schlaufen
BeitragVerfasst: Samstag 15. September 2018, 18:58 
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Edelschrauber
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Registriert: Donnerstag 18. August 2016, 09:39
Beiträge: 566
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Könnte es an der Fadenanzugfeder liegen? Defekt oder ausgeleiert?

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 Betreff des Beitrags: Re: Pfaff 138 Schlaufen
BeitragVerfasst: Samstag 15. September 2018, 19:55 
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Stichplattenentferner
Stichplattenentferner
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Registriert: Dienstag 27. Dezember 2016, 13:36
Beiträge: 127
Wohnort: ---österreich---:-)
Hallo Caspar mx

...nur zur Klarstellung: "lässt beim Nähen unten den Oberfaden als Schlaufen stehen"...die Bilder zeigen die schon Oberseite des Nähgutes, oder?
...verwendest du gleich starkes Garn für Ober- und Unterfaden - und: Verwendest du Qualitätsgarn?
...wie verhält es sich wenn du testweise z.B. 60er-Garn und kleinere Nadeln verwendest?
...bei welchem Material verbiegt es die Nadel/bricht sie - oder passiert das bei jedem Material?
..."Nadelstange neu erstellen muß"....: bei einem Nadelbruch verstellt sich normalerweise keine richtig befestigte Nadelstange...;
...den Schlingenhub/richtiges Greifertiming stellst du dann auch immer selbst ein?

stelle mal Fotos von der Greifer/Nadelstellung rein, vom Fadenspanner, Kapsel ...

_________________
Liebe Grüße!

....es gibt viel zu fragen und noch mehr zu wissen....

Pfaff 24,28,38, 130-33-36-38-42-45-48-92, 230-60-61, 467 Singer 18, 29k51/58/71 Adler 6 Rafflenbeul/Gritzner/Frobana Doppelmaschine Hardo Durchnähmaschine


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 Betreff des Beitrags: Re: Pfaff 138 Schlaufen
BeitragVerfasst: Samstag 15. September 2018, 20:08 
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Benutzt Ölkännchen & Pinsel
Benutzt Ölkännchen & Pinsel

Registriert: Samstag 18. März 2017, 21:47
Beiträge: 195
Irgendetwas ist mit großer Wahrscheinlichkeit mit deiner Oberfadenspannung nicht in Ordnung. Die ist vermutlich viel zu schwach. So wie es auf den Bildern aussieht, scheint die Unterfadenspannung nicht zu stark zu sein. Das kann alles Mögliche sein und muss nicht unbedingt an der Fadenanzugsfeder liegen. Wenn die Oberfadenspannung zu stark wäre, was sie nicht ist, könnte es z.B. auch an der Nadel liegen. Du musst am Nähanfang genau aufpassen, was du da alles siehst. Das Problem könnte sich z.B. auch dadurch entwickeln, weil du die beiden Fadenenden beim Annähen nicht festhälst. Dann zieht die Maschine den Faden u.U. erst mal von vorne ein und deine Oberfadenspannung stimmt dann nicht mehr oder erst dann, wenn du unter dem Stoff bereits ein sog. Vogelnest hast (google mit "Bird Nesting Sewing Machine", dann findest du im englischen Sprachraum div. Problemlösungen). Dein Oberfadenspannungsmodul kann auch falsch eingestellt sein. Wenn die Nadel in den Stoff einsticht, sollte die Spannung durch die Feder beendet sein und bis dahin sollte eine Spannung vorliegen. Auch das kannst du beim Nähen beobachten.

Gute reißfeste Polyestergarne von der Sorte Gütermann Tera oder Amann Serafil sind sog. Endlos-Filament Nähgarne. Die rutschen besser durch Spannungscheiben und Nadel. In der Regel können dann die Nähgarne auch etwas stärker sein als normal für die Maschine vorgesehen. Der Rasant Nähgarn von Amann ist ein Umspinnzwirn mit einem Polyesterkern und einem relativ rauen Baumwollmantel. Ich würde immer den gleichen Nähgarn für Unterfaden und Oberfaden nutzen. Wenn du das nicht machst, kannst du massive Probleme bekommen und dann nicht mehr wissen, was verkehrt oder richtig ist.

Eine falsche Unterfadenspannung kann man normalerweise mit einer falschen Oberfadenspannung ausgleichen. Grundsätzlich gilt:

Wenn der Unterfaden auf der Oberseite des Stoffes sichtbar ist, dann ist die Oberfadenspannung zu stark oder die Unterfadenspannung zu schwach.

Wenn der Oberfaden auf der Unterseite des Stoffes sichtbar ist, dann ist die Oberfadenspannung zu schwach oder die Unterfadenspannung zu stark.

Es gibt Nähprofis, die ändern die Unterfadenspannung grundsätzlich nie. Die gleichen alles mit der Einstellung der Oberfadenspannung aus. Ich ändere die Unterfadenspannung nur, wenn die Fadenstärke oder die Stoffstärke es zwingend erforderlich machen. Bei der Feinjustierung der Unterfadenspannung habe ich allerdings festgestellt, dass inzwischen fast der gesamte Nähmaschinen-Ersatzteil-Markt mit billigen Spulenkapseln aus China überschwemmt ist. Diese Kapseln kann man fast alle in der Pfeife rau-chen. Sie haben eine zu stramme unelastische Feder und die Ränder dieser Feder sind auch noch scharfkantig. Das ist vermutlich nicht dein Problem. Aber auch darauf solltest du achten, weil ein minimales Verdrehen des Schräubchens bereits massive Auswirkungen haben kann, besonders dann, wenn die Oberfläche des Faden auch noch relativ rau ist.


Zuletzt geändert von hutzelbein am Samstag 15. September 2018, 23:14, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Pfaff 138 Schlaufen
BeitragVerfasst: Samstag 15. September 2018, 20:38 
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Edelschrauber
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Registriert: Sonntag 17. Januar 2016, 19:01
Beiträge: 1142
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moin,hast du mal probiert ob sich die fadenspannung beim fuß heben bewegt? Nicht das der betätigungs pin fest ist


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 Betreff des Beitrags: Re: Pfaff 138 Schlaufen
BeitragVerfasst: Samstag 15. September 2018, 21:55 
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Nählichtwechsler
Nählichtwechsler

Registriert: Dienstag 20. März 2018, 20:23
Beiträge: 233
Wohnort: Gauting bei München
testweise mal einen Stich langsam per Hand durchdrehen und schauen ob der Fadenheber beim Hochgehen auch den Faden spannt. Ich hatte mal den Fehler da stimmte die Steuerung zwischen Nadelstange und Heber nicht und der Heber ging erst hoch als die Nadel schon fast oben war und der Faden hing locker dazwischen.

_________________
momentan: Victoria 270E, Overlock AEG NM 760A, Pfaff 360 Automatic, Pfaff 260 Automatic, Singer Super Fashion, Graziella ZZ-550, Neckermann Brilliant, Meister 330
Moderator in http://www.werkzeug-news.de/forum


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 Betreff des Beitrags: Re: Pfaff 138 Schlaufen
BeitragVerfasst: Samstag 15. September 2018, 22:13 
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Edelschrauber
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Registriert: Samstag 17. Juni 2017, 20:22
Beiträge: 643
Wohnort: 51109 Köln
Alfred hat geschrieben:
testweise mal einen Stich langsam per Hand durchdrehen und schauen ob der Fadenheber beim Hochgehen auch den Faden spannt. Ich hatte mal den Fehler da stimmte die Steuerung zwischen Nadelstange und Heber nicht und der Heber ging erst hoch als die Nadel schon fast oben war und der Faden hing locker dazwischen.
Ja, würde ich auch als Erstes testen. Es ist die Aufgabe des Fadenanzugshebels, die Naht (via Oberfaden) festzuziehen.

Viele Grüße, Gerd


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 Betreff des Beitrags: Re: Pfaff 138 Schlaufen
BeitragVerfasst: Sonntag 16. September 2018, 00:36 
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Benutzt Ölkännchen & Pinsel
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Registriert: Samstag 18. März 2017, 21:47
Beiträge: 195
Ich habe mal bei Amann nachgesehen. Rasant 25 oder stärker gibt es gar nicht. Es gibt Rasant-Oxella 25 oder 20 (auch 15 und 11). Für beide Nähgarne wird eine Nadel der Stärke NM 130-160 empfohlen. Mit einer geringeren Nadelstärke würde ich bei Rasant-Oxella Probleme erwarten, möglicherweise auch eine Schlaufenbildung. Wenn es die Anwendung erlaubt, würde ich lieber Gütermann Tera 30 oder Amann Serafil 30 verwenden. Da wird eine Nadelstärke von NM 110-130 empfohlen. Vermutlich reicht eine Nadel der Stärke NM 110 problemlos aus und möglicherweise sogar eine 100er Nadel, well der Faden im Gegensatz zu Rasant sehr glatt ist. Der Nähgarn dürfte auch eine höhere Reißfestigkeit haben, als das bei Rasant-Oxella 25 der Fall ist. Das kann man leicht mit einem dafür geeigneten Gewicht austesten. Wenn man dann noch das Testergebnis mit der Anzahl der Stiche hochrechnet (etwa 400 Stiche auf 1m), dann weiß man in etwa, wie belastbar die Gesamtnaht ist. Am besten den Faden nur irgendwie klemmen, z.B. an einen Schraubstock mit Gummi-Backenschonern. Wenn er verknotet wird, reißt der Faden meistens genau am Knoten und dann bekommt man kein klares Testergebnis.

Ich liebe Gütermann Tera Nähgarn, weil er sich so problemlos verarbeiten lässt und eine sehr gleichmäßige glatte Struktur hat. Da der Garn nur für Industriekunden vorgesehen ist und man zumindest in Deutschland als Endkunde nicht einfach an den Garn herankommt (in USA ist er einfach und relativ preisgünstig zu bekommen), bin ich auf Amann Serafil ausgewichen. Der Faden ist ziemlich ähnlich. Nach meiner Erinnerung war Gütermann Tera allerdings einen Tick besser. Gütermann Tera 30 (das gleiche gilt sicherlich auch für Amann Serafil 30) und auch Gütermann Solbond 30 kann man gemäß meiner Erfahrung gerade noch in vielen normalen Haushaltsnähmaschinen verwenden. Alle meine bisherigen Nähmaschinen konnten das und das waren einige. Extremer mit noch stärkeren Faden habe ich es nie versucht, weil es mit einem 30er Faden bereits schwer genug war, eine perfekte Naht hinzubekommen. Allerdings muss man dafür in aller Regel die Unterfadenspannung etwas anpassen. Für gute Nähergebnisse braucht man dann auch eine gute Spulenkapsel, möglichst in der Orginalversion, z.B. von Pfaff. Ich habe bei allen meinen Tests immer nur Endlos-Filament-Polyesternähgarn von Gütermann oder Amann verwendet. Gütermann Mara (ist auch Industrieware, in etwa vergleichbar mit Amann Saba) und entspricht in der Stärke 100 dem Gütermann Allesnäher, war mir für meine Anwendungen zu rau. Da braucht man für die gleiche Fadenstärke tendenziell etwas stärkere Nadeln, sonst hat man beim Einfädeln bereits Probleme.

Zwischen reinen Polyestergarn und Polyestergarn von hoher Qualität kann es Unterschiede wie Tag und Nacht geben. Mit dem Nähgarn TYTAN 40 könnte ich mich vielleicht noch anfreunden. Das ist ebenfalls ein Endlos-Filament Polyestergarn und ein Qualitätsprodukt des polnischen Herstellers Ariadna. Im Internet und auch auf Ebay leicht zu finden. Ariadna stellt auch Tytan 30 oder 20 her. Aber an diesen Faden kommt man als Endkunde auch nicht einfach heran (Tytan 10 ist dagegen wieder leichter im Polstereibedarfsfachhandel und auch relativ preisgünstig zu bekommen. Die 10km Kone für knapp 13 Euro. Da hält der deutsche Großhandel scheinbar nicht die Hand auf und macht sich die Taschen voll). Tytan 80 oder 60 ist ebenfalls schwer zu bekommen. Mein Standardfaden ist derzeit Amann Serafil 80 und Gütermann Calora 60 (den habe ich zufällig sehr preisgünstig bekommen). Gütermann Solbond 30 habe ich noch etwas, weil ich gelegentlich die Nähmaschine für Hobby-Segelmacher perfekt einstellen muss. Den gibt es dann auch relativ einfach in einem Spezialgeschäft für Segelmacher zu kaufen, ist aber in Deutschland schon fast sündhaft teuer.


Fazit: Es könnte auch sein, dass du etwas stärkere Nadeln verwenden musst oder alternativ einen relativ glatten Endlos-Filament Polyesterfaden, wie z.B. Gütermann Tera oder Amann Serafil, um das Problem mit der Schlaufenbildung zu beheben. Am besten du beobachtest auch die Stichbildung. Du kannst sehen, wie sich die Schlaufen am Greifer bilden, wenn du beim langsamen Nähen nur mit dem Handrad auch unter die Maschine auf deine Spulenkapsel schaust.


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 Betreff des Beitrags: Re: Pfaff 138 Schlaufen
BeitragVerfasst: Sonntag 16. September 2018, 11:38 
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Erst einmal vielen Dank für die umfangreichen Antworten! :)

Ich versuche mal, die gestellten Fragen alle zu beantworten.


Zitat:
Könnte es an der Fadenanzugfeder liegen? Defekt oder ausgeleiert?


Die hatte ich auch schon im Verdacht. Sie war auch etwas verbogen. Ich bin der Meinung, sie mit Hilfe der Anleitung richtig eingestellt zu haben. Mir erschließt sich aber nicht so recht, wie die eigentlich funktionieren soll. Ich verstehe, sie hält den Faden davon ab, locker zu hängen, aber so richtig Zug baut sie ja nicht auf, oder? Also sie könnte doch niemals den Faden aus dem Nähgut hoch ziehen...



Zitat:
...nur zur Klarstellung: "lässt beim Nähen unten den Oberfaden als Schlaufen stehen"...die Bilder zeigen die schon Oberseite des Nähgutes, oder?
...verwendest du gleich starkes Garn für Ober- und Unterfaden - und: Verwendest du Qualitätsgarn?
...wie verhält es sich wenn du testweise z.B. 60er-Garn und kleinere Nadeln verwendest?
...bei welchem Material verbiegt es die Nadel/bricht sie - oder passiert das bei jedem Material?
..."Nadelstange neu erstellen muß"....: bei einem Nadelbruch verstellt sich normalerweise keine richtig befestigte Nadelstange...;
...den Schlingenhub/richtiges Greifertiming stellst du dann auch immer selbst ein?

stelle mal Fotos von der Greifer/Nadelstellung rein, vom Fadenspanner, Kapsel ...


1. Die Bilder zeigen sowohl als auch, aber die Schlaufen bilden sich auf der Unterseite, also betrifft es den Oberfaden.
2. Ja, ich verwende immer dasselbe Garn für Ober- und Unterfaden. Ich verwende Rasant Oxella und ab und zu Rasant Serafil oder Saba. Da ich für Faltboote nähe, muß die Wasserdichtheit an den Nähten garantiert sein - das schafft nur die Baumwolle. Wo es nicht darauf ankommt, nehme ich dann Polyester, weil es reißfester und auch billiger ist.
3. Biegen und brechen passiert meist bei mehreren Lagen der dicken Baumwolle (~400g/m²) und vor allem, wenn ich am Unterschiff nähe, also dicke Gewebeplane (~800 - 1600g/m²). Aber nur, wenn die Oberfadenspannung so hoch ist.
4. Tja, aber sie rutscht dennoch jedesmal hoch dann... das haut schon ordentlich auf die Platte, die Maschine hat ja Bums! :)
5. Ja, das hat mir der Mechaniker gezeigt, wie die zueinander stehen müssen - und das steht auch so in der Anleitung.

Ok, mache ich, aber Fotos kann ich erst wieder nächste Woche machen, da die Maschine nicht bei mir zu Hause steht.




Zitat:
Irgendetwas ist mit großer Wahrscheinlichkeit mit deiner Oberfadenspannung nicht in Ordnung. Die ist vermutlich viel zu schwach....


Nein, eben nicht. Die ist schon so stark, daß das Garn reißt. Stelle ich sie schwächer, werden die Schlaufen größer.
Also noch einmal... mit dem Einstellen der Fadenspannungen kenne ich mich schon sehr gut aus und muß es auch häufig machen, da ich immer wieder unterschiedliche Garne verwende und leider nicht genug Maschinen habe. Das Hochdrehen der oberen Spannung ist nur eine (schlechte) Notlösung. :)



Zitat:
moin,hast du mal probiert ob sich die fadenspannung beim fuß heben bewegt? Nicht das der betätigungs pin fest ist


Jein, die Fadenspannung löst sich erst, wenn ich mit dem Kniehebel den Fuß noch etwas weiter hebe, als der Handhebel hinter dem Fuß es ermöglicht. Auf jeden Fall kriege ich mein Nähstück nur so frei. Ist das eigentlich normal? Inwiefern könnte das etwas mit den Schlaufen zu tun haben?



Zitat:
testweise mal einen Stich langsam per Hand durchdrehen und schauen ob der Fadenheber beim Hochgehen auch den Faden spannt. Ich hatte mal den Fehler da stimmte die Steuerung zwischen Nadelstange und Heber nicht und der Heber ging erst hoch als die Nadel schon fast oben war und der Faden hing locker dazwischen.


Ok, das werde ich mal überprüfen. Das klingt interessant. Kann sich so etwas einfach so verstellen beim Nähen?
*EDIT*: Frage dazu - wie muss es denn sein? Muss der Fadenheber die ganze Zeit ziehen, bis die Nadel am oberen Totpunkt ist?



Zitat:
Es könnte auch sein, dass du etwas stärkere Nadeln verwenden musst oder alternativ einen relativ glatten Endlos-Filament Polyesterfaden...


Wie gesagt, ich bin durch die Anwendung auf die Baumwolle beschränkt. Stärkere Nadeln könnte ich mal probieren... allerdings möchte ich zu große Einstichlöcher im Bezug auf die Wasserdichtheit vermeiden, auch wenn Baumwollstoff beim nass werden aufquillt. Außerdem ging es früher mit denselben Nadeln ja und die Pfaff 487 hat damit ebenfalls keine Probleme.

_________________
Viele Grüße,
Ray
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Zuletzt geändert von Caspar am Sonntag 16. September 2018, 11:52, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Pfaff 138 Schlaufen
BeitragVerfasst: Sonntag 16. September 2018, 11:46 
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Caspar hat geschrieben:
Hallo!

Zuallererst - ich bin was Nähmaschinenmechanik angeht, ein Anfänger. Mehr als Fadenspannung einstellen und gelegentliches Ölen kann ich bisher eigentlich nicht.
Ich habe natürlich trotzdem schon vorab zu meinem Problem recherchiert, hier und an anderen Orten. Ich habe Bedienungs- und Justieranleitungen für Pfaff 38/130/138 gelsen und sogar einen Nähmaschinenmechaniker beauftragt und Geld investiert - ohne, daß es mir geholfen hätte. Letzterer räumte zwar ein, daß er sich eher mit Haushaltsmaschinen auskenne, aber er war nach Anderhalb Stunden Geschraube der Meinung, alles sei eigentlich richtig eingestellt und er wisse auch nicht, woran es liegt.

Ich hoffe hier, evtl. noch andere Ansätze zu finden, denen ich nachgehen kann, bevor ich die Maschine aufgebe.

Zum Problem:

Meine Pfaff 138 läßt beim Nähen unten den Oberfaden als Schlaufen stehen, die je nach Oberfadenspannung von ca. 3mm bis 1cm Größe variieren. Natürlich verheddert sich der Greifer nach ein paar Stichen und alles muß zerlegt werden. Ich kann die Schaufen fast negieren, wenn ich die Oberfadenspannung so extrem hoch einstelle, daß man auf dem Garn Violine zupfen kann. Die Unterfadenspannung ist nach Anleitung korrekt eingestellt (Yojo). Obwohl ich mit ziemlich starkem Garn nähe (Rasant 25er und dicker - auf den Bildern blau), reisst es natürlich sehr schnell, oder die Nadel verbiegt und haut mir auf die Platte, worauf ich jedesmal die Nadelstange neu einstellen muß.

Reines Polyestergarn (auf den bildern weiß) näht dabei aber besser, so daß ich dachte, es läge an dem Garn und/oder der Nadelgröße (110-130er), allerdings muß auch da die Oberfadenspannung recht hoch sein. Außerdem hat meine Pfaff 478 mit denselben Garnen und Nadelgrößen überhaupt keine Probleme.

Greifen tut der Greifer gut, da gibts bei Nadelposition/Greiferspitze nichts zu beanstanden. Mir als Laie kommt es so vor, als würde die Nadel nicht imstande sein, den Oberfaden durchs Nähgut weit genug nach oben zu ziehen.

Greifer und Unterfadenspule wurden schon erneuert (nur der Vollständigkeit halber), Nadeln sind nat. auch neu (so oft wie die abgebrochen sind). Ich habe keine Ideen mehr.
Und wie so oft bei Problemen - das kam plötzlich - früher gings noch wunderbar.

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LG,
Ray


serv

ich wünsche mir mal :

ein Foto der Maschine
je ein Foto ohne Stichplatte und ohne Füßchen vom Greiferbereich von oben und von unten
Foto vom Nähtest mit ZZ-Stich von oben und von unten, mindestens 20 cm auf Gewebe

_________________
gruß dieter
der mechaniker


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