Naehmaschinentechnik-Forum

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 Betreff des Beitrags: Reparieren statt Wegwerfen
BeitragVerfasst: Samstag 28. April 2018, 17:22 
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Benutzt Ölkännchen & Pinsel
Benutzt Ölkännchen & Pinsel

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Geht uns alle an:

Das ZDF hat wieder mal einen hochinteressanten Film über das Problem der Wegwerfgesellschaft gedreht, der aber mal nicht nur den Zeigefinger erhebt, sondern wirklich Alternativen aufzeigt. Es geht im Beitrag nicht um Nähmaschinen, aber es lässt sich sehr gut darauf übertragen. Hat jemand von euch schon mal versucht so eine Plastikmaschine aus dem Discouter zu reparieren? Ich bin bei einer "AEG" kläglich gescheitert. Ganz anders bei unseren älteren Modellen. Eigentlich arbeiten wir als Freude der alten Nähmaschinentechnik ganz in diesem Sinne: Reparieren statt Wegwerfen!

Hier der Link zur Mediathek:
https://www.zdf.de/gesellschaft/plan-b/ ... n-100.html

Grüße
Harald

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 Betreff des Beitrags: Re: Reparieren statt Wegwerfen
BeitragVerfasst: Samstag 28. April 2018, 17:53 
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Edelschrauber
Edelschrauber
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Registriert: Montag 14. August 2017, 18:19
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Da mir mein Opa (Gott hab ihn selig) schon in meinen sehr jungen Lebensjahren bei gebracht hatte, Dinge, die nicht mehr funktionieren zu reparieren und nicht achtlos weg zu werfen. Ganz offen und ehrlich, ich halte es heute noch so. Wobei ich gestehen muß, daß mir die "alten" Gerätschaften oft lieber sind als wie die neumodernen Produkte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reparieren statt Wegwerfen
BeitragVerfasst: Samstag 28. April 2018, 18:02 
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Stichplattenentferner
Stichplattenentferner

Registriert: Dienstag 20. März 2018, 20:23
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HAD hat geschrieben:
Hat jemand von euch schon mal versucht so eine Plastikmaschine aus dem Discouter zu reparieren? Ich bin bei einer "AEG" kläglich gescheitert.

ja, schön öfter so lange keine Ersatzteile benötigt werden. Z. B. bei den neueren Fadenhebeln mit dem Schlitz zum Einfädeln fällt der Faden manchmal nachhinten runter und geht nicht in das Auge vorne. Beim Nähen merkt man es nicht gleich, der Faden wickelt sich bei jeder Umdrehung um die Kurbelachse des Fadnehebels und spreng diesen vom Bolzen oder blockiert ihn.
Die Maschinen werden heute leichtfertig beim Discounter gekauft und oft nicht verwendet, viele werden auch nach Bedienungsfehler einfach entsorgt.
Ich bin auch bei uns im Repair Café tätig, Geräte aus der neueren Zeit sind oft irrreparabel (Obsolezenz), ein defektes Netzteil lässt sich i.d.R. nicht reparieren bzw. ist die Beschaffung unwirtschaftlich.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reparieren statt Wegwerfen
BeitragVerfasst: Samstag 28. April 2018, 18:16 
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Benutzt Ölkännchen & Pinsel
Benutzt Ölkännchen & Pinsel

Registriert: Montag 25. Januar 2016, 11:20
Beiträge: 167
Wohnort: Göppingen
Auch mein Opa, der leider viel zu früh verstarb, als ich 13 war, hat alles repariert was ihm defekt zwischen die Finger kam. Das hab ich wohl auch mit in den Genen. Nur an Armbanduhren hab ich mich nie getraut, da sind meine Finger zu zappelig. Aber die Batterien von Armbanduhren wechsele ich auch selbst sofern es geht, da habe ich mir extra Werkzeug zugelegt.

Früher hab ich auch an meinen ersten Autos bis zu Zylinderköpfen alles gewechselt, mit Vebtile einschleifen und so. Aber das ist mir heute zu beschwerlich. Ich genieße es, als Rentner noch jedes Jahr zum Werksangehörigentarif meinen neuen Mercedes zu leasen. Aber der ist auch kein Wegwerfauto. Und einen 18 Jahre alten Smart haben wir auch noch, wir können uns nicht von ihm trennen, obwohl er nie das Wunschauto war - sehr bandscheibenunfreundlich, aber sehr praktisch. Wir leben auch noch in unserer ersten Einrichtung aus 1975 nach der Heirat - wir können selten etwas wegwerfen. angel

Da kam das mit den alten Nähmaschinen ja recht, fing es doch mit der Reparatur der von meiner Mutter (Singer 677G) und und der von meiner Schwiegermutter (Privileg 210N /Brother) alles an, weil meine Tochter Ersatz für die besagt AEG brauchte. Dabei hab ich mich irgendwie infiziert ....

Alfred, der ZDF-Beitrag dürfte völlig in deinem und unserem Sinn sein beerchug

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 Betreff des Beitrags: Re: Reparieren statt Wegwerfen
BeitragVerfasst: Sonntag 29. April 2018, 18:05 
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Greiferpolierer
Greiferpolierer

Registriert: Dienstag 20. Dezember 2016, 16:05
Beiträge: 465
Wohnort: Viersen
Wer die Möglichkeit und das Händchen hat, alles zu reparieren was ihm in die Finger kommt, der spart nicht nur Geld, sondern auch Recourcen.

Das trifft für viele Dinge zu. Ein altes Auto verbraucht keine Recourcen für die Herstellung mehr. hat es bereits schon früher gemacht.
Die Autoflotte in Deutschland hat eine durchschnittliche Lebensdauer von 14 Jahren.

Wer also ein Auto von 1990 bewegt, der hat bereits die Recourcen für zwei Neuwagen eingespart. Daneben hat er auch einen immensen wirtschaftlichen Vorteil gegenüber dem der sich einen Neuwagen kauft. Denn diese Kosten wird er in seinem Leben nie wieder reinholen können, selbst wenn das alte Auto 3 Liter mehr Sprit verbrauchen würde.

Aber ein altes Teil will auch gepflegtr werden, soll es auch noch älter werden. Wer hier das richtige Augenmaß behält, handelt nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch.

Natürlich geht vieles mit neueren Teilen besser, bzw. einfacher, vielleicht auch komfortabler. Eine alte Nähmaschine kann dafür sogar manches, was eine neuere nicht bewerkstelligen kann (wegen der Stabilität), aber eine neuere kann dafür einiges was mit einer alten Maschine gar nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen möglich ist.

Es liegt an jedem selbst was er daraus machen will und kann, so lange er das alles in einem gewissen Umfang betreibt.

Die Industrie benötigt das moderne, um Kosten zu sparen. Automatisierung spart Manpower und damit Humankapital.

Die Folgen können wir an jedem Ende des Monats erkennen, wenn die Arbeitslosenzahlen bekannt gegeben werden.

Recourcen sparen und Fortschritt sind zweierlei Dinge, die auch von beiden Seiten betrachtet werden sollten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reparieren statt Wegwerfen
BeitragVerfasst: Sonntag 29. April 2018, 18:25 
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Stichplattenentferner
Stichplattenentferner

Registriert: Dienstag 20. März 2018, 20:23
Beiträge: 136
Wohnort: Gauting bei München
carco hat geschrieben:
Die Autoflotte in Deutschland hat eine durchschnittliche Lebensdauer von 14 Jahren.


wenn sie nicht politisch altern oder unbrauchbar werden, siehe Diesel sad

Wir kaufen damit produziert werden kann, was die Discounter jede Woche anbieten wird gekauft und oft nicht verwendet, im Wertstoffhof landen Sachen die manchmal noch originalverpackt sind, unsere Regierung ist eine Lobbyistendiktatur, die Industrie schreibt die Gesetze.
Ob Pharma, Energie, Gesundheit, Rechtsystem, Mobilität, überall werden uns die Kosten diktiert, warum kostet der Strom in den Niederlanden halb so viel wie bei uns?

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 Betreff des Beitrags: Re: Reparieren statt Wegwerfen
BeitragVerfasst: Sonntag 29. April 2018, 18:59 
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Schnurkettenwechsler
Schnurkettenwechsler

Registriert: Samstag 17. Juni 2017, 19:22
Beiträge: 389
Wohnort: 51109 Köln
HAD hat geschrieben:
...Hat jemand von euch schon mal versucht so eine Plastikmaschine aus dem Discouter zu reparieren? Ich bin bei einer "AEG" kläglich gescheitert...

Hallo HAD,
die AEG's sind aber leicht zu reparieren - wenn man weiß, wie sie geöffnet werden smile
Hier ist eine Anleitung (die Öffnungsprozedur ist zwar nicht bei allen AEG's identisch, aber doch ähnlich).
http://naehmaschinentechnik-forum.de/viewtopic.php?f=37&t=4120

Viele Grüße, Gerd

P.S.: Ansonsten sind wir uns da sehr ähnlich: Bis ich 50 wurde, habe ich an meinen Autos/Motorrädern alles selbst repariert. Dann wurde mir das zu mühsam..man wird halt älter smile


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 Betreff des Beitrags: Re: Reparieren statt Wegwerfen
BeitragVerfasst: Montag 30. April 2018, 06:22 
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Greiferpolierer
Greiferpolierer

Registriert: Dienstag 20. Dezember 2016, 16:05
Beiträge: 465
Wohnort: Viersen
Wir sind doch alle politisch dazu erzogen worden alles immer wieder neu zu erwerben.

Das mit dem Diesel ist ja das beste Beispiel.

Die EU Grenzwerte werden nicht zum Schutze der Bevölkerung erlassen. Die immer niedriger gestellten Grenzwerte sind willkürlich und haben nur ein einziges Ziel; Die Autoindustrie ans Leben zu halten.

Diese absolut willkürlich gesetzten Grenzwerte sind ein europäisches Konjunkturprogramm für die Industrie. Mit jeder neuen Einschränkung (gelbe, rote und grüne Plaketten), werden die Fahrzeuge die entsprechend gekennzeichnet sind plötzlich zum Stinker die die Umwelt belasten. Ein Neuwagen muss her.

Neuwagenverkauf = Steuern in die Kassen = Beiträge zur EU

Die Rechnung ist ganz einfach, nur schaut kaum einer drauf.

Aber für die Herstellung eines Neuwagen werden soviele Recourcen verbraucht, CO² in die Luft geblasen, dass es keine wissenschaftliche Rechtfertigung zum Auswechseln der Fahrzeugflotte gibt.

Ein alter Diesel aus den Neunzigern produziert Dieselruß der in Teilchen so groß ist, dass er recht schnell zu Boden sinkt. Die Teilchen sind so groß, das sie im Regelfall die Lunge nicht erreichen. Mit der Einführung moderner Dieseltechnologie entstanden Feinstäube, deren Partikel so klein sind, dass sie lange in der Luft schweben und die Lunge belasten.

Wer etwas für den Umwelt und den Klimaschutz tun will, der darf eigentlich kein neues Auto kaufen.

Die sogenannten Grünen haben früher bei alten Autos immer wieder von Stinkern geschwätzt, die von den Strassen entfernt werden müssen und gegen moderne Autos ausgetauscht werden sollten. Der Umwelt zuliebe. Denen ging es gar nicht um die Gesundheit der Menschen. Umwelt war deren Zauberwort. Sie selbst fuhren damals meist noch mit alten VW Bussen durch die Gegend.

Dann gaben sie beim Wuppertal Institut den Auftrag eine Ökobilanz für alte Autos zu erstellen. Das Ergebnis liegt mittlerweile verschlossen in einer Schublade der Grünen.

Seitdem sprachen die Grünen nicht mehr von den Stinkern.

Heute geht es den Grünen eher darum das Auto ganz zu verbieten, bzw. deren Benutzung so zu verteuern, dass es sich von selbst erledigt.
Elektroauto heißt nun das Zauberwort. Die Ökobilanz eines Elektroautos ist allerdings noch verheerender als die eines Dieselfahrzeuges. Aber davon will man nichts wissen.

Deshalb sollte sich jeder einmal eigene Gedanken machen und nicht immer mit dem Strom schwimmen.

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