Naehmaschinentechnik-Forum

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 Betreff des Beitrags: Reinigen, pflegen, reparieren ...
BeitragVerfasst: Mittwoch 25. Januar 2017, 12:28 
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Edelschrauber
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Edit: Die frisch bearbeiteten Inhalte sind rot markiert. Letzte Änderung 11. September 2017

Hallo ihr,
zum Einstand: An der ein oder anderen meiner Maschinen gibt es dringenden Handlungsbedarf in Bezug auf Reinigung, Pflege und Reparatur. Bevor ich einfach los lege, würde ich mir gerne ein Bild davon machen, welche Möglichkeiten ich habe. Habe mich dazu hier ein wenig umgesehen und die Erkenntnisse zusammen geschrieben. Falls ihr dazu noch ein paar Infos oder Anmerkungen habt - immer her damit. Hier alle gefundenen Informationen samt eurer an diesen Beitrag gehängten Infos:

Hinweis: Es ist ein Unterschied, ob die alten Stahlkolosse gereinigt werden oder die moderneren Maschinen mit einem großen Kunststoffanteil. Die meisten hier beschriebenen Reinigungsmaßnahmen beziehen sich auf die Metallteile der robusten alten Damen. Hinweise zur Reinigung der verschiedenen Kunststoffkomponenten sind jederzeit willkommen. Grundsätzlich ist sinnvoll, die zu reinigen Teile abzubauen oder die Umgebung abzukleben, um empfindliche umliegende Oberflächen zu schützen.

Wichtige Erkenntnis:
Bei Arbeiten im Inneren der Maschinen ist es wichtig, Reinigungsmittel so gezielt wie möglich zu dosieren und platzieren. Eine Spritze aus der Apotheke eignet sich dafür hervorragend. Außerdem: Letztendlich muss jeder mit sich selbst ausmachen, welche Behandlung der seiner Maschine angedeihen lassen möchte. Manchen rollen sich bei der Erwähnung von WD40 oder Carramba die Zähennägel hoch - andere nutzen diese Mittel seit vielen Jahren erfolgreich und ohne Probleme. Ich denke, jedes Mittel hat in bestimmten Einsatzbereichen seine Berechtigung. Grundsätzlich sollten die Maschinen so schonend wie möglich gereinigt werden. Erst wenn sich kein Erfolg einstellt, sollte man über drastischere Maßnahmen nachdenken. Auch unsere Gesundheit sollte wir dabei nicht vergessen: Die meisten Reinigungsmittel enthalten Bestandteile, von denen man sich lieber fern halten sollte. Dazu habe ich euch ein par Datenblätter angehängt.
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Reinigen

Manche Maschinen standen lange still oder sind ungepflegt. Eine gründliche Reinigung vor dem Ölen und der Inbetriebnahme ist in diesem Fall wichtig. Verharzungen und Schmutz müssen entfernt werden, um bewegliche Teile der Maschine leichtgängig zu machen und Schäden zu vermeiden. Verschmutzungen auf dem Maschinengehäuse und nicht bewegten Teilen der Maschine müssen entfernt werden, damit sie die Oberfläche nicht angreifen und diese nach der Reinigung gefahrlos konserviert werden kann.
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Reinigung vorbereiten:

1. ALLE Fäden entfernen (auch die Spule samt Kapsel)
2. Nadel entfernen
3. Stichplatte entfernen
4. ALLE Deckel und Klappen öffnen
5. Maschine mit mindestens 8 bar Pressluft von allen Seiten auspusten (Tipp: An Tankstellen verfügbar) . Ersatzweise mit Pinsel oder alter Zahnbürste und Staubsaugerschlauch arbeiten. Achtung: Mit Luft von innen nach außen arbeiten, damit der Schmutz nicht in die Maschine hinein geblasen wird. Bei Maschinen mit vielen Kleinteilen und einer empfindlichen Mechanik besser auf Druckluft verzichten.
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Metallkomponenten und lackierte Oberflächen reinigen

Reinigen grober Verschmutzungen innen und außen:
- WD40: verklebt nicht, ist aber milder als Caramba (das kann schon mal einen Lack angreifen)
- Petroleum: Sollte das gereinigte sein (Lampenölen wird noch Parfüm zugesetzt, damit es gut riecht). Gereinigtes Petroleum gibt es bei Stuga Cabana http://hytta.de/zubehoer/Petroleum-Para ... l,9996.htm. Zur Reinigung von Lagerstellen ist Grillanzünder-flüssig (reines Petroleum) sehr gut geeignet. Grundsätzlich gibt es die Fraktion, die den Einsatz von WD40 rigoros ablehnt und stattdessen Petroleum verwendet. Petroleum ist seit Ewigkeiten bewährt und wurde von alten Hasen dauereingesetzt.
- Nitroverdünnung (greift Kunststoffteile an, nur auf Metall verwenden)
- Aceton (greift Kunststoffteile an, nur auf Metall verwenden)
- Spiritus (Fliegendreck)
- Kfz Universal-Schaum*
*Hinweis zu Kfz Universal-Schaum: Gehört zu den wässerigen Reinigungsmitteln, enthält allerdings eine Menge Fett- und Öllöser und kann deshalb auch zur Reinigung für verhärtete Ölrückstände an den metallischen Innereien einer Nähmaschine verwendet werden. Den Schaum 5 bis 10 Minuten einwirken lassen. Maschine so positionieren, dass der Schaum gut haften bleibt und nicht herunter tropft. Dann die behandelten Teile mit Küchenpapier abwischen. Entweder die Prozedur wiederholen oder im Anschluss mit WD40 einsprühen, damit kein Wasser an den Metallteilen zurück bleibt. Letztes entfernt auch den dünnen und leicht klebrigen Film, den der Schaum auf den Bauteilen hinterlässt (Auch bei der Außenreinigung mit Universalschaum beachten!).

Verdicktes Öl durch längeren Stillstand der Maschine
- Petroleum
- Nähmaschinenöl
Zitat aus einer Bedienungsanleitung: "Sollte sich das Öl an den Stellen, an denen sich Teile berühren oder reiben, durch einen längeren Nichtgebrauch der Maschine verdickt haben, oder wenn die Maschine durch Einwirkung von Staub oder Schmutz schwer geht, dann muss sie gereinigt werden. Dieses geschieht, indem alle Ölstellen und alle Berührungs- oder Reibungspunkte mit Petroleum (Einspritzen) versehen werden. Hierauf wird die Maschine einige Minuten, möglichst ohne Nadel, zumindest aber ohne eingefädelt zu sein und ohne Spulenkapsel bewegt. Anschließend muss jede Stelle, die Petroleum erhalten hat, mit einigen Tropfen gutem Öl geölt werden. ..."

hartnäckige Verkrustungen z.B. durch falsches Öl etc. :
- Teile, die man ausbauen kann in ein Petroleumbad auf die Heizung oder an einen warmen Ort stellen. Grundsätzlich gibt es die Fraktion, die den Einsatz von WD40 ablehnt und stattdessen so arbeitet. Die Petroleum-Lösung ist seit Ewigkeiten bewährt und wurde von alten Hasen seit jeher angewendet.
- Sonax (Hosenkürzer-Helmut - welches Sonax verwendest du in dem Fall? Es gibt so viele Produkte); Mechanische Ganzmetallmaschinen zuerst gründlich mit Sonax (od. WD40) einsprühen, wirken lassen (in schweren Fällen tagelang), abspülen und dann mit reichlich Petroleum nachspülen, da sich der Dreck nach Verdunsten der flüchtigen Anteile des Kriechöls wieder verhärtet. Zum Erweichen von Verharzungen ist Kriechöl insofern vorteilhaft, als es an den Stellen, wo es wirken soll, besser haftet und nicht so schnell verdunstet oder herunter rinnt wie Petroleum.
- Alkohol (Brennspiritus); problemlos bei grauem Lack, schwarz-goldene Decals lösen sich auf!; Alkohol hinterlässt Wasser auf dem Metall und eine Reinigung mit Alkohol muss nachbehandelt werden. Dazu die Teile gut trocknen und mit Petroleum/WD40 nachbehandeln.
- Bruno Turbo Spray: Ist auch sanft zu Kunststoff und nicht aggressiv. Hinterlässt einen leichten Schmierfilm auf Gleitflächen und wirkt als Korrosionsschutz und erzeugt einen hauchdünnen nicht verharzenden Film.

Spezial: Festsitzende Füßchenstange - Danke Dieter Kohl:
- Füßchenschraube lösen
- wenige Tropfen Aceton (Nagellackentferner) mit einer Pipette auf die Füßchenstange und in das Schraubenloch geben
- Schraube einsetzen und mehrmals raus und rein drehen (pumpt das Reinigungsmittel in die Spalten)
- mit einer Kombizange (Leder oder Gummi dazwischen legen) die Stange drehen
- Füßchenstangen mit Bohrungen können auch mittels dünnem Pin oder Schraubendreher zum Drehen motiviert werden (nicht bei Gewinde!)
- löst sich die Stange nicht, alternativ WD40 an die beschriebenen Stellen geben, Vorgang wiederholen DW 40 einwirken lassen und noch einmal drehen
- die Füßchenstange nach oben ausfädeln

Lackierte Oberflächen reinigen:
Die Lacke der alten Maschinen sind sehr empfindlich. Möglichst keine Reinigungsmittel auf Wasserbasis verwenden. Wenn auf Grund der benötigten Reinigungsleistung wässrige Reiniger verwendet werden müssen, ganz vorsichtig an einer nicht sichtbaren Stelle testen.
Achtung: Sehr alte Maschinen besitzen Blattgoldauflagen, die nicht durch einen Decklack geschützt sind oder Decals, die oft mit einer Schellackschicht geschützt sind. Hier gilt absolutes Wasserverbot. Auch Polituren dürfen nicht verwendet werden. Ebenfalls in diesem Fall auf keinen Fall wässrige Reinigungsmittel, Spiritus (Alkohol), Aceton, Nitroverdünnung, ammoniakhaltige Reinigungs- und Poliermittel einsetzen.
Ausschließlich folgende Reinigungsmittel verwenden (schonender allerdings auch nicht so leistungsfähig):
- Petroleum
- Waschbenzin
- Nähmaschinenöl
- Mequiar´s (wird bei Oldtimern verwendet, noch nicht auf Decals getestet - Erfahrungsberichte willkommen)
Hinweis: Lack mit Decals regelmäßig mit etwa Nähmaschinenöl auf einem weichen Lappen behandeln - das bringt sie wieder zum leuchten.
Tipp: Grundsätzlich eignen sich Kunststoffreiniger und Kunststoffpflege für Autos auch für empfindliche Lacke. Anders als bei Polierpasten, wird die Oberfläche nicht "abgeschmirgelt" (beim Polieren hat man schon mal die Farbe hinterher auch schon mal am Lappen). Es scheint so, dass wirklich nur der Dreck gelöst wird - organische Rückstände gehen gut weg.
Schönes Beispiel für die Reinigungsleitung von Kunststoffreinigern: http://naehmaschinentechnik-forum.de/viewtopic.php?f=43&t=2524&p=34900#p34900

Blanke Metallteile reinigen:
- Nevrdull-Polierwatte: Watte ist leicht getränkt. Man bekommt damit Flugrost und andere leichte bis mittlere Verunreinigungen weg. Funktioniert auch auf polierten Aluoberflächen
- Polierpaste (gute Ergebnisse bei Ecromal, verschiedene Stärken - Tipps für weitere Produkte willkommen)
- Aceton
- Teilereiniger
- Petroleum
- Waschbenzin
- Soda Allzweckreiniger von Frosch (Danke Gudrun!!)
- Hartnäckiger Rost kann mit Phosphorsäure umgewandelt werden. Achtung: Schutzkleidung verwenden und dringend dabei eine Schutzbrille und Handschuhe tragen. Sicherheitsdatenblatt lesen!!!
Tipp: Unbeschichtete Metallteile vor der Behandlung immer von der Maschine abbauen oder dafür sorgen, dass die Reiniger keinen Kontakt zum Lack haben, da sie den Lack und die Decals angreifen. Für stark verschmutzte blanke Teile wie Stichplatte, Kopfdeckel, Federn und Schrauben kann Backofenspray verwendet werden. Es löst auch leichten Flugrost. Die Teile mit dem Backofenspray einsprühen, mit einer Zahnbürste schrubben, kurz einwirken lassen und mit Petroleum reinigen. Backofenspray ist ein ammoniakhaltiges Reinigungsmittel (wie die meisten Chrom- oder Messingputzmittel). Es darf nicht auf lackierte Flächen oder Decals gelangen. Achtung: Ammoniak kann in höherer Konzentration und bei längerer Einwirkdauer auch die Vernickelung angreifen, besonders wenn diese durch Rost geschädigt ist.

Dateianhang:
Oxalsäure Sicherheitsdatenblatt.pdf
Spezialreiniger gegen unerwünschte Farbrückstände und starke Fettverkrustungen

Hier kann Konvektomatenreiniger verwendet werden. Es ist ein hochalkalischer Fettlöser für alle fettigen, öligen Verschmutzungen & Verkrustungen, ACHTUNG: Auf Alkalibeständigkeit der Materialien achten! Für Aluminium nicht geeignet! Bei lackierten Flächen nur stark verdünnt anwenden und die Oberfläche auf vorher Eignung testen. Als starker Abbeizer nutzbar. Vorsicht!!! Handschuhe und Augenschutz!! Sehr aggressiv.

Rost lösen:
- Ascorbinsäurelösung
- Oxalsäurelösung
- Essig
- Zitronensäure (nicht zu lange, sonst wird das Material angegriffen).
- Bad in Nähmaschinenöl und sanfte Behandlung mit der Zahnbürste (ruhig länger einlegen)

Schrauben lösen:
- WD40
- Petroleum
Wenn Schrauben festgerottet oder mit altem Öl verklebt sind, diese mit WD40 oder Caramba einweichen. Ruhig ein oder zwei Tage warten. Reicht das nicht aus, mit Wärme arbeiten. Nicht versuchen, Schaubverbindungen mit Gewalt zu lösen. Das Material der Verbindungselemente kann sehr weich sein und gibt leicht nach.
Achtung: Mit Linksgewinde rechnen!!!! Lieber noch mal nachlesen oder nachfragen, wenn sich etwas nicht löst.
Achtung: Es könnte eine Schraubensicherung für gewisse Schrauben verwendet worden sein, mit denen das Timing zwischen Nadel und Greifer eingestellt wird.
Merker: Schwer lösbare Schrauben besser mit einem kleinen Drehmomentschlüssel lösen. Sie ermöglichen eine bessere Kontrolle über den Vorgang, mehr und gezieltere Kraft kann aufgebracht werden. Je weniger Anläufe benötigt werden und je geringer die Gefahr ist, abzurutschen, desto wahrscheinlicher ist ein Überleben der Verbindungselemente. Außerdem stören ölige Hände dabei nicht so sehr wie beim Schraubendreher.

Stichautomatik wieder in Gang bringen
Maschinen mit Stichautomatik sind besonders empfindlich gegen falsches Fett oder langes Stehen. Um sie wieder ins Laufen zu bringen, ist folgendes Hilfreich:
- WD40 (schwach bis mittel verklebt und unterstützend)
- Aceton (stark verklebt, gut, wenn Automatik ausbaubar, Kunststoffteile vorher entfernen, Achtung - keine Wärme drauf geben)
- Petroleum (stark verklebt, dauert länger, in Verbindung mit Wärme)
- Wärme (Föhn oder Heizung)
- Geduld
Alte Fette, Schmierfette und Pflanzenfette können die Stichautomatik einer Nähmaschine blockieren. Oft ist schon eine Behandlung mit WD40 an den richtigen Stellen im eingebauten Zustand eine schnelle Lösung. WD40 auf die beweglichen Teile und Schmierstellen auftragen, einwirken lassen und die Mechanik öfter bewegen (möglichst gewaltfrei).
Reicht das nicht, die alten Fette mit einem Föhn schmelzen oder die Maschine auf die Heizung stellen. Variationen in der Lagerung helfen den Fetten, ihren angestammten Platz zu verlassen. Reicht das nicht und die Fette verfestigen sich nach dem Abkühlen wieder, ist der Einsatz von Aceton oder einem anderen starken Lösemittel möglich. Dazu die Mechanik besser ausbauen, Kunststoffteile entfernen. Die Automatik komplett in das Lösemittel legen, Gefäß verschließen und einweichen lassen. Die Mechanik hin und wieder bewegen. Hinterher trocknen lassen und gut mit Maschinenöl schmieren und komplette Mechanik damit einreiben und durchbewegen.
Achtung: Bei Arbeiten im eingebauten Zustand die Elektrik berücksichtigen: Die Mittel zielgerichtet mit einer Pipette oder einem Applikator aufbringen.
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Reinigen von Platinen und Aufbauteilen
Reinigen von Potis (Potenzimeter - Hintergrundinfos: https://www.youtube.com/watch?v=1eHB5PHqYeI
- Watterstäbchen mit Spiritus
- Kontaktreinigungsmittel
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Kunststoffe reinigen

Verfärbungen und Dreck von Kunststoffen entfernen:
- Universalschaum für Polster aus dem Kfz-Handel
- Kunststoffreiniger und Kunststofftiefenpflege (z.B. Nigrin), damit reinige ich auch empfindliche Lacke wie den der Gritzner Radioskala - tolle und schonende Reinigungsleistung
Hinweis: Vorsicht bei der Reinigung mit Universalschaum. Die Herstell- und Beschriftungsmethoden haben häufig gewechselt, so dass eine allgemeine Verträglichkeit nicht garantiert werden kann. Schaum zunächst an einer unkritischen Stelle testen.

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Hintergrund Reinigungsmittel:

Polare Verschmutzungen (wässrige Kühl- und Schmierstoffe, Polierpasten, Additive, Salze, Späne, Abrieb und andere Feststoffe) sind in polaren Medien (Wasser) gut, in unpolaren dagegen schlecht löslich. Zu den unpolaren Substanzen gehören Fette und Öle. Sie lösen sich wiederum in unpolaren Lösemitteln gut und in polaren schlecht. Häufig eingesetzte Reinigungsmedien:
- wässrige Reiniger: Wässrige Medien kommen zum Einsatz, wenn große Flächen gereinigt werden müssen oder die Oberfläche sehr sauber werden soll.
- Chlorkohlenwasserstoffe (CKW): Bieten bei verwinkelten Bauteilen eine effektive Metallentfettung und Trocknung. Werden bevorzug für mit chlorhaltigen Ölen bearbeitete Werkstücke eingesetzt.
- nicht halogenierte Kohlenwasserstoffe (KW): KW lösen tierische, pflanzliche sowie mineralische Fette und Öle sehr gut und sind sehr werkstoffverträglich.
- polare Lösemittel
- pflanzenölbasierte Reiniger: Im Lösemittel unlösliche Partikel wie Späne werden mit Öl entfernt, da sie dadurch die Haftung zur Oberfläche verlieren.

Wässrige Reinigungsmedien: Die Reinigungswirkung basiert auf Buildern und Tensiden. Tenside ändern die Eigenschaften von Oberflächen. Sie sind grenzflächenaktiv, können sich zwischen Schmutz und Material „schieben“ und dadurch Verunreinigungen lösen. Builder sind anorganische Salze, sie erhöhen den pH-Wert des Wassers, erleichtern das Entfernen von Feststoffpartikel und erhöhen die Reinigungswirkung der Tenside. Weitere Inhaltsstoffe von wässrigen Reinigern helfen, die Wasserhärte zu kontrollieren und schützen die gereinigten Teile vor Korrosion. Wässrige Reiniger kommen in der Bauteilreinigung als Neutralreiniger, alkalische und saure Reiniger zum Einsatz: Neutralreiniger (pH-Wert 6 – 9) für die Zwischen- und Endreinigung von Stahl, Gusseisen, Leichtmetalllegierungen, Buntmetallen, Glas, Keramik und der meisten Kunststoffe. Polare Verschmutzungen wie Salze oder Pigmente lassen sich damit problemlos entfernen. Unpolare Verunreinigungen (Fette, Öle) werden überwiegend durch Dispergieren und Emulgieren gelöst. Die Entfettungswirkung ist deutlich geringer.

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Ölen und konservieren
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Metallteile

Werden Metallteile mechanisch beansprucht, kommt es durch Reibung zur Abnutzung des Materials - dagegen hilft nur regelmäßiges Ölen.

Besondere Hinweise zum schmieren der Nähmaschinen
1. Greifer: Alle 20 Nähstunden einen Tropfen Öl in die Greiferlaufbahn geben (Spule vorher entnehmen). Die Maschine kurz laufen lassen, damit sich das Öl verteilt. Die PFAFF-Modelle ab 1968 werden nur am Greifer geölt. Auch wenn der Verkäufer behauptet, dass die Maschine NIE geölt werden muss, verlängert ein gelegentliches Tröpfchen Öl die Lebensdauer von Verschleißteilen (alternativ mit einem ölfeuchten Wattestäbchen durchwischen).
2. andere Ölstellen alle 60 Nähstunden mit einem Tropfen Öl versehen
3. Gebrauchsanweisung beachten! Hinweis: Neuere Maschinen haben weniger Ölstellen, weil SINTERTEILE verwendet werden.
4. Achtung: Schnurketten, Antriebsriemen, Zahnriemen, Keilriemen, Gummiteile (Spulergummi, Reibräder, …) niemals ölen.

Besonderer Fettbedarf:

Maschinenfett: Fette an den Stellen verwenden, wo Oel nicht ausreicht, zum Beispiel an Kegelzahnrädern. Dafür ein gutes Maschinenfett verwenden:
http://www.schmierstoffdepot.com/shop/index.php/sonstiges/fette/fuchs-renolit-mp-plus.html.
Es ist unglaublich, welche Laufruhe das richtige fett bringt.
Hinweis: Bei Neuzugängen eventuell vorhandene Fettreservoirs der Greiferzahnräder prüfen und bei Bedarf das Fett ersetzen (altes und minderwertiges Fett kann klumpen)

regelmäßiges Fetten und Nachfetten von Metallteilen:
- Nähmaschinenöl
- Säure- u harzfreies Industriegetriebeöl
Hinweis zur Nähmaschinenöl: Nähmaschinenöl muss rein weiß und dünnflüssig sein, ein leichter gelbstich kann hingenommen werden. Darauf achten, dass es harz- und säure-frei ist. Achtung: Keine Pflanzenöle verwenden!!
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Kunststoffe

Schmieren von Kunststoffen:
- Silikonfett eignet sich zum Schmieren von mechanischen belasteten Kunststoffteilen, sparsam verwenden - Hinweis vom Frog: Wo das Zeug mal hingekommen ist, bekommt man es nicht mehr weg. Er empfiehlt:
- hochwertiges Nähmaschinenfett (meist genannte Empfehlung)
- Vorschlag Lanora: Titanfett aus dem Baumarkt (Titanfett greift Kunststoffe offenbar nicht an - Beim Hanseline Titanfett handelt es sich um ein lithiumverseiftes Fett mit Zusatz von Titandioxid als Festschmierstoff)
- dieser Abschnitt befindet sich in Bearbeitung
Hintergrund: Es gab eine Anfrage wie Kunststoff- oder Nylonkegelräder erkannt und geschmiert werden können / Hinweise sind weiterhin Willkommen! Grundsätzlich gibt es auch bei Kunststoffzahnrädern Reibung und dadurch Abrieb im Betrieb. Eine Schmierung ist auch hier empfehlenswert.

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Hintergrund Schmierfette
(nicht gesichert - aus folgender Quelle: http://www.mtb-news.de/forum/t/was-ist-titanfett.99221/)
Schmierfette bauen sich grundsätzlich aus Öl und einem Verdicker auf. Der Verdicker bildet schwammartige Strukturen, worin das Öl eingelagert und bei Bedarf wieder freigesetzt wird. Die allgemeine und für jede Art von Schmierfetten zutreffende Definition lautet: Aufquellungen von Dickungsmitteln in Öl. Es werden Seifenverdicker (z. B. Lithium-, Calcium-, Aluminium- und Natriumseifen allgemein als Metallseifen bezeichnet) und seifenfreie Verdicker (Gele, Polyurethane und Bentonit) eingesetzt. Die in den Verdickern eingelagerten Öle sind, wie bei Motoren- und Getriebeölen, Raffinate, Hydrocracköle, Ester oder synthetische Kohlenwasserstoffe; auch biologisch abbaubare Basisöle werden verwendet. Die Viskosität liegt je nach Einsatzzweck zwischen:
- 20 und 40 mm2/s bei 40°C für Calciumfette,
- 100 bis 220 mm2/s bei 40°C für Lithiumfette
- bis 1000 mm2/s bei 40°C für Hochdruck- und stoßbelastete Spezialfette.
Je nach Schmierfett-Typ und Konsistenz liegt der Metallseifenanteil zwischen 5% bis 25 %, d. h. Öl ist die mengenmäßig überwiegende Komponente. Um besondere Eigenschaften zu erzielen, wie z. B. Alterungsschutz, Korrosionsschutz, Erhöhung des Druckaufnahmevermögens, Verschleißschutz, enthalten viele Fette auch bis zu 5 % Additive.

Oft werden Fette mit Festkörperschmierstoffen (Grafit, Teflon (PTFE) oder MoS2) kombiniert, das verbessert die Notlaufeigenschaften. Neben den seifenbasierten Fetten gibt es Fette die als Eindicker Mineralien (Bentonite) oder Kunststoffe (PTFE) enthalten (oder auch Asphalt, der normalerweise in Schmierfett äußerst unerwünscht ist. Er macht das Fett besonders witterungsbeständig, außerdem klebt es davon. Diese Eigenschaften sind zum Beispiel bei Zahnradbahnen und anderen dem Wetter ausgesetzten Schmierstellen (Seilbahnen, Schwenkbrücken) sehr erwünscht) sowie synthetische Schmierfette in denen die Mineralöle durch synthetisch hergestellte Stoffe ersetzt sind.

Festkörperschmierstoffe werden vor allem als Zusätze für Schmierfette und an thermisch hochbelasteten Schmierstellen eingesetzt. Verwendet werden neben dem bereits erwähnten Grafit und Molybdändisulfid auch Wolframdisulfid, Titandioxid sowie feinst verteilte Metalle (Aluminium, Kupfer, Nickel,Titan), Keramikpartikel oder Kunststoffe wie Polytetrafluoräthylen (PTFE aka Teflon). In Schmierfetten verbessern sie die Notlaufeigenschaften, in Kupfer- oder Antifraßpaste verhindern sie das Zusammenbacken von Auspuff- oder Zündkerzengewinden und schmieren zum Beispiel Bremsenteile, ohne beim Heißwerden auf den Belag zu fließen.
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Reparaturen

Kleben von Kunststoffteilen (Ermüdungsrisse):
- PVC-U Kleber TANGIT
- Expoid Kleber, z.B.: JB KWIK WELD oder der hier: http://www.ebay.de/itm/200g-5-Minuten-Epoxydharz-5min-Epoxy-Kleber-Harz-Klebstoff-Epoxidharz-2x100g-/401125703422?hash=item5d64f47efe:g:Jk0AAOSwGtRX0lAg

Unlösbare Schrauben:
Prüfen ob Schrauben, die sich nicht lösen lassen, wirklich entfernt werden müssen.
Kaputte (ausgenudelte) Aufnahme an der Schraube:
- Gummiband oder Spülschwamm in die Nut legen, dann greift der Schraubendreher besser
- mit Schraubenausdreher lösen (geht auch ohne Schraubenkopf). Diese haben ein linksdrehendes Gewinde (Achtung bei Schrauben mit Linksgewinde!). Schraubenausdreher im Windeisen fixieren und entgegen dem Uhrzeigersinn so lange in die Schraube hineindrehen, bis die Reibung die Schraube mitnimmt. Greift der Schraubenausdreher nicht, vorsichtig ein kleines Loch in den Schraubenkopf bohren oder körnen.
- in Schrauben mit Kopf eine neue Nut flexen
- Helicoil
- Aufbohren und neues Gewinde schneiden ist die letzte Lösung, wenn genug Material drum herum ist
dieser Abschnitt befindet sich in Bearbeitung - Hinweise sind herzlichst willkommen

Hinweis: In einem anderen Beitrag gab es den wichtigen Hinweis, dass es schwer ist eine allgemeine Aussage zu Reparaturen von Kunststoffen zu machen. Selbst Fachleute aus der Branche haben Probleme, das Material der Kunststoffteile zu identifizieren und die richtige Reparatur festzulegen. Die Eigenschaften der Kunststoffe sind zahlreich, manche lassen sich unter Hitze oder Chemikalien (banal ausgedrückt - die fachliche Antwort hole ich aus dem anderen Beitrag) wieder verschweißen, andere müssen geklebt werden.
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Sonstiges: Gerüche entfernen
Kellerduft und Muff von Maschinen entfernen:
- Maschine in eine große Plastiktüte geben
- ein Teller mit dem Inhalt eines Tütchens Backpulver hinein stellen
- mit einem Staubsauger möglichst viel Luft absaugen
- die Plastiktüte dicht verschließen
- nach 2 bis 3 Tagen sollte der Geruch weg sein
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Abschließend:

Einen Nähtest durchführen:
1. eine frische!! Nadel einsetzen und 20 cm probenähen
2. Der Nadelfaden soll beim ZZ-Stich auf der Unterseite des Stoffes eben erkennbar sein.
3. Dann mit einem Geradstich vor- und rückwärts nähen. Das Stichbild sollte gleichmäßig aussehen.
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Grundsätzliche Fragen meinerseits: Sind bestimmte Mittel für bestimmte Stellen oder Materialien besser geeignet? Gibt es noch andere Geheimtipps? Gibt es noch andere Einschränkungen, als die in der Aufzählung genannten (Angreifen von Lacken, Kunststoffen, etc. … )?

Liebe Grüße aus Bremerhaven - Nicole


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Zuletzt geändert von nicole.boening am Montag 11. September 2017, 09:28, insgesamt 79-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 25. Januar 2017, 12:41 
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Edelschrauber
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Hallo Nicole,
danke für die Fleißarbeit!

Besonders die Lackierung und Beschriftung der grünen und grün-weißen Maschinen aus den 1950er/1960er Jahren haben sich z.T. als sehr empfindlich herausgestellt, da auf keinen Fall mit wässrigen Reinigern dran gehen und wenn, dann ganz vorsichtig probieren.

Gruß
Detlef

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BeitragVerfasst: Mittwoch 25. Januar 2017, 13:24 
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Edelschrauber
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Detlef... nicht nur bei denen aus den 50/60 er Jahren.
Die ganz alten haben noch Blattgoldauflagen, welche nicht durch einen Decklack geschützt sind.
Absolutes Wasserverbot auch Polituren sind Gift. Sonst bleibt nur noch das Trägersilber, welches besser hält übrig.
Ausschließlich....Petroleum und Geduld

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Euer Frogsewer,
... der mit Blut im Öl


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BeitragVerfasst: Mittwoch 25. Januar 2017, 14:35 
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Wohnort: unterer linker Niederrhein
Danke, Feddo,
die ganz alten sind noch nicht mein Ding, bin ja jünger als du tongue

@Nicole: Vielleicht kannst du das oben im Ursprungspost mit aufnehmen, dann haben die nächsten Leser alles auf einen Blick. Vielleicht wird dadurch die eine oder andere alte und schöne Maschine vor Schaden bewahrt.

Gruß
Detlef

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Zuletzt geändert von det am Mittwoch 25. Januar 2017, 18:37, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mittwoch 25. Januar 2017, 16:54 
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Kleiner Hinweis aus eigener Erfahrung:
Auch wenn diee Reinigung (z.B. mit Universalschaum) bei einem NMS-Modell X der Firma Z prima funktioniert hat,
ist nicht gesagt, dass eine zweite Maschine des gleichen Typs oder auch andere des gleichen Herstellers möglicherweise Probleme mit diesem Mittel ( Universalschaum ) hat. Dazu haben Herstell- und Beschriftungsmethoden offensichtlich zu häufig gewechselt.
Daher in jedem Fall !!VORSICHT!! und an unkritischer Stelle probieren.

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Hey,
ihr seid klasse. Ich hatte eh vor, alles im Ursprungspost zu sammeln. Nehme alles auf, was hier zusammen kommt. Ich bin etwas gestört bei sowas - technische Informationen zu sammeln und aufzubereiten ist mein Job - also damit verdiene ich normalerweise mein Geld - und es ist inzwischen schon echt ne Macke. light
Liebe Grüße

Nicole

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... näh wie du dich fühlst ...
alte schwarze Ladies, Meister, Special Interest: Zierstiche - Bernina, Gritzner, Elna, Pfaff, Adler, Anker, Phoenix, Haid & Neu, ... oh man, ich brauch ne Therapie
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BeitragVerfasst: Mittwoch 25. Januar 2017, 18:47 
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zu ölen, fetten, schmieren möchte ich auch meinen Senf dazugeben :

Nähmaschinen-Öl muss rein weiß und dünnflüssig sein
ein leichter gelbstich kann noch hingenommen werden

ein absolutes no go sind Pflanzenöle
(früher haben die alten Weiblein extra livio-dante gekauft
die klugen Jung-Weiber nehmen schon mal Raps-Öl)
wir haben Mägen, mit denen wir das verdauen können
Nähmaschinen können nicht verdauen

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gruß dieter
der mechaniker


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BeitragVerfasst: Mittwoch 25. Januar 2017, 18:52 
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hier kommt mein alter Aufsatz :

PFLEGE der Nähmaschine

Wo gehobelt wird, fallen Späne. Wo genäht wird, gibt es Staub und Fusseln.
Da es auf unserem schönen blauen Planeten Schwerkraft gibt, gibt es auch Reibung
Dagegen hilft nur :
1. ölen fetten schmieren
oder
2. abnutzen lassen

Grundsätzlich: erst saubermachen, dann ölen

REINIGUNG:
1. ALLE Fäden raus (also auch Spule mit Kapsel entfernen)
2. Nadel entfernen
3. Stichplatte runter
4. ALLE Deckel und Klappen auf
5. mit Pressluft mindestens 8 bar (an der Tankstelle) von allen Seiten auspusten.
Ersatzweise mit Pinsel (alte Zahnbürste) und Staubsaugerschlauch arbeiten.

ÖLEN:
!!! SALAT-ÖL, BIO-ÖL und sonstige schmackhafte Sachen haben im Umkreis von 10 Metern um Nähmaschinen ABSOLUT NICHTS ZU SUCHEN !!!
Eventuelle Speisekammertüren in der Nähe sind sorgfältig verschlossen zu halten, damit sich die Maschinen nicht in selbstmörderischer Absicht selbst bedienen können

Nähmaschinen-öl muss klar und dünnflüssig sein, außerdem harz- und säure-frei !!

1. Greifer pro 20 Nähstunden 1 Tropfen Öl in die Greiferlaufbahn (vorher spule raus!)
Maschine kurz laufen lassen, damit sich das Öl verteilt
ALLE PFAFF-Modelle seit 1968 werden nur am Greifer geölt
Auch wenn der Verkäufer behauptet, dass NIE geölt werden muss, verlängert hier
1 gelegentliches Tröpfchen Öl die Lebensdauer von Verschleißteilen ( oder mit einem ölfeuchten Wattestäbchen durchwischen)
2. andere Ölstellen pro 60 Nähstunden je 1 tropfen Öl
3. Gebrauchsanweisung beachten!
neuere Maschinen haben weniger Ölstellen, weil SINTERTEILE verwendet werden
4. Schnurketten, Antriebsriemen, Zahnriemen, Keilriemen, Gummiteile (Spulergummi, Reibräder, …)
dürfen auf gar keinen fall geölt werden


NÄHTEST
1. unbedingt eine frische Nadel einsetzen und 20 cm probenähen.
2. Der Nadelfaden soll beim ZZ-Stich auf der Unterseite des Stoffes eben erkennbar sein.
3. Dann mit Geradstich vor- und rück-wärtsnähen. Soll gleichmäßig aussehen.

das wär’s im Allgemeinen
Rückfragen am besten im Forum stellen, dann haben alle was davon.
Erstelldatum 19.05.2005 06:35
Aktualisiert 01.12.2011 09:59

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gruß dieter
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BeitragVerfasst: Mittwoch 25. Januar 2017, 20:43 
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Edelschrauber
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Hallo Nicole, willkommen!

Ich möchte die Warnung von Frogsewer noch einmal unterstreichen!

Besonders bei alten Maschinen mit goldenen Verzierungen (decals, das sind Abziehbilder) über denen sehr oft eine Schellackschutzschicht aufgebracht ist:

Niemals (!!!):

Wässriges
Spiritus (Alkohol)
Aceton
Nitroverdünnung
Ammoniakhältige Reinigungs und Poliermittel

sondern nur:

Nähmaschinenöl
Petroleum
Waschbenzin

Auf BLANKEN Metallteilen kannst Du natürlich alles mögliche verwenden, z.B.:

Polierpaste
Aceton
Teilereiniger
(natürlich Petroleum und Waschbenzin auch)

zum Rostlösen geht Ascorbinsäurelösung oder Oxalsäurelösung gut, auch Essig oder Zitronensäure, aber nicht zu lange, sonst wird Material abgetragen.

lG Helmut


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BeitragVerfasst: Donnerstag 26. Januar 2017, 07:08 
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Edelschrauber
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Beiträge: 5419
Wohnort: Hünxe
Ich nehme für alle blanken ! Teile ( Stichplatte, Kopfdeckel,Federn,Schrauben etc.) Backofenspray. Das löst auch starke Verschmutzungen und leichten Flugrost. Die Teile einsprühen und mit der Zahnbürste abschrubben, kurz einwirken lassen , mit Petroleum reinigen.

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LG Bianca
Singer 401,Riccar 240D,Kayser J,Pfaff 337-115,Singer 15-90,Anker-Singer-Saxonia,Pfaff 330,Adler 189AB,Elna supermatic,Elna Lotus SP,Elna Junior,Elna 1 Grashopper, Pfaff 332 automatik,Phoenix 488 ,Schirmer-Blau&co,Textima Spezial,Bernina 117L


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