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 Betreff des Beitrags: Vernickeln
BeitragVerfasst: Samstag 9. Juli 2016, 07:20 
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Edelschrauber
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hier würde ich gerne über Erfahrungen mit dem "Vernickeln" reden.

Für viele verschiedene Zwecke habe ich selbst das schon oft machen lassen.

Ich habe mal einen Tischfuß vernickeln lassen und der wurde - wie ich hinterher erfahren habe - "technisch vernickelt".
Ihm fehlte eine optisch ansprechende Oberfläche. Da muss man "aufpassen", wenn man so einen Auftrag vergibt.
Ein Auftragnehmer hat mir mal gesagt, "Glanz-Nickel" sei das, was für optische Zwecke gedacht ist. Ob das aber andere Vernickler auch so nennen, weiß ich nicht.

Anfangs war mir der Unterschied zwischen Nickel und Chrom nicht klar:
Nickel sieht etwas gelblicher aus als Chrom.
Chrom ist härter (und sieht auch so aus).
Nickel oxydiert, lässt sich aber wieder aufpolieren.

Soweit ich weiß, wird vor'm Verchromen immer erst vernickelt.

Dann gibt es das "Hartverchromen". (habe ich noch nie machen lassen)
Das sind die Teile (von Hydrauliken zum Beispiel), die man auch nach "Jahrzehnten" glänzend auf Schrottplätzen finden kann (konnte).


Was ich nicht weiß ist, ob es okay ist, wenn Reste einer alten Vernickelung auf dem Metall sind?

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 Betreff des Beitrags: Re: Vernickeln
BeitragVerfasst: Samstag 9. Juli 2016, 07:40 
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Zitat:
Was ich nicht weiß ist, ob es okay ist, wenn Reste einer alten Vernickelung auf dem Metall sind?


Nee, isses nicht. Im Regelfall entfernt das aber der Galvaniseur - so nennt man Menschen die Metalloberflächen eben verchromen, vernickeln usw.

Je nach dem wie er die alten Reste entfernt muß er dann eh noch nachschleifen und polieren - erst dann kann die neue Metallschicht aufgebracht werden.

Laienhafte Vorarbeit schadet oft mehr als es nützt - ich würde sowas immer den Fachbetrieb überlassen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Vernickeln
BeitragVerfasst: Samstag 9. Juli 2016, 08:19 
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Edelschrauber
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Habe ich auch schon mal drüber nachgedacht. Ich erinnere aus dem Chemie Unterricht (Gott ist das lange her), dass man das auch per Elektrolyse machen kann - oder war das doch Verzinken mit Elektrolyse? Bin nicht sicher....

Ich bin bei der Suche immer wieder auf TIFOO gestoßen - habe es aber nie was davon ausprobiert.

http://www.tifoo.de

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 Betreff des Beitrags: Re: Vernickeln
BeitragVerfasst: Samstag 9. Juli 2016, 08:24 
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Zitat:
oder war das doch Verzinken mit Elektrolyse?


Zum Verzinken gibt es mehrere Verfahren - u.a. Feuerverzinken, was aber eigentlich nur im Baugewerbe eingesetzt wird.

Verchromen, Vernickeln usw. läuft über Elektrolyse ab.


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 Betreff des Beitrags: Re: Vernickeln
BeitragVerfasst: Samstag 9. Juli 2016, 12:07 
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Zitat:
ich würde sowas immer den Fachbetrieb überlassen.


im Prinzip ja, aber wenn man ein Teil hinbringen und sagen kann: "Die Oberfläche ist fertig", wird es weit billiger, als wenn die da auch noch drangehen müssen.

Allerdings ist das Entfernen von alten Nickel-Beschichtungen nicht einfach.
Rost z.B. sieht man. Nickel nicht unbedingt.


Selber vernickeln wiederum würde ich nicht machen, weil man da mit giftigen Substanzen zu tun hat, die man ja auch wieder loswerden will.

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Zuletzt geändert von Manohara am Samstag 9. Juli 2016, 16:27, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Vernickeln
BeitragVerfasst: Samstag 9. Juli 2016, 13:06 
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Manohara hat geschrieben:

Selber vernickeln wiederum würde ich nicht machen, weil man da mit giftigen Substanzen zu tun hat, die man ja auch wieder loswerden will.


Ja, dann kann man aber auch keine Erfahrungen sammeln - oder wurm ging es dir?

Leben ist halt giftig und gefährlich. Rauchen, Trinken, Kiffen tun die Leute auch, zu viel Fleisch und Fett ist auch ungesund, zu viel Feinstaub auch, Dieselfahrzeuge z.B. von VW fahren dennoch einige, Rasenmäher und Kettensäge die mit Benzin-Ölgemisch laufen sind sicher auch nicht gesundheitsfördernd, mit Schweröl betriebene Kreuzfahrtschiffe besuchen die Leute auch im wachsende Begeisterung. Irgendwas ist immer giftig und ungesund, kommt hat auf die Dosis an.
Da kann ich auch mal was zu Hause vernickeln...

Denke das Zeug kann man wieder verwenden. Davon ab gibt es auch Sondermüll Sammelstellen beim Landkreis ober deren beauftragten Entsorgungsunternehmen. Bei uns ist glaub ich 1/2 Jährlich so ein Sammel FZ auf dem Radhausplatz, wo jeder haushaltsübliche Mengen von "Problemabfällen" kostenlos loswerden kann.

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 Betreff des Beitrags: Re: Vernickeln
BeitragVerfasst: Samstag 9. Juli 2016, 16:25 
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Zitat:
Leben ist halt giftig und gefährlich. Rauchen, Trinken, Kiffen tun die Leute auch, zu viel Fleisch und Fett ist auch ungesund, zu viel Feinstaub auch, Dieselfahrzeuge z.B. von VW fahren dennoch einige, Rasenmäher und Kettensäge die mit Benzin-Ölgemisch laufen sind sicher auch nicht gesundheitsfördernd, mit Schweröl betriebene Kreuzfahrtschiffe besuchen die Leute auch im wachsende Begeisterung. Irgendwas ist immer giftig und ungesund,


das ist ja gleich die volle Breitseite biggrin

.. was ich sagen wollte ist eigentlich, dass ich giftige Substanzen möglichst wenig einsetze - bei vielen würde ich es gut finden, wenn sie garnicht benutzt würden und wenn, dann so, dass das Gift verlässlich unschädlich gemacht wird.
Ich vertrete aber hier keine moralischen Regeln, was falsch oder richtig ist angel

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 Betreff des Beitrags: Re: Vernickeln
BeitragVerfasst: Samstag 9. Juli 2016, 16:33 
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Schon klar, ich muss auch nicht auf Teufel komm raus die Umwelt verpesten und mich selbst vergiften usw. aber ungiftig vernickeln ist halt n büschn schwierig. wink

Muss mal sehen was so Zeugs kostet, interessieren würds mich schon mal. Gibt bestimmt mal Teile beim restaurieren, die man so etwas aufhübschen kann.

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 Betreff des Beitrags: Re: Vernickeln
BeitragVerfasst: Donnerstag 22. Dezember 2016, 10:39 
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Greiferpolierer
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Wohnort: Viersen
Moin,

in England gibt es für wenig Geld komplette Nickel-Sets zum selber vernickeln.
Das funktioniert auch sehr gut. Es handelt sich hierbei um die gleichen Grundsubstanzen wie sie in einer Galvanik üblich sind und nicht irgendein billig pseudo Vernicklungsset wie es immer wieder in Deutschland angeboten wird.

Das Nickelbad ist zwar giftig, aber man kann es über einen sehr langen Zeitraum benutzen.
Bei Motorrädern wurde bis 1928 nur vernickelt und ab 1929 teilweise auch schon verchromt.

Die Nähmaschinenindustrie war wesentlich weiter als die Motorradindustrie in Sachen Oberflächentechnik.

Grundvorraussetzung für eine gute Vernickelung ist Sauberkeit. Die Teile müssen vorher entspechend entfettet werden. Die Oberläche muss ebenfalls vorher so bearbeitet werden, wie hinterher die Oberfläche nach dem Vernickeln aussehen soll.

Wenn man etwas mehr Geld für die Stromversorgung in die Hand nimmt, kann man ganz professionelle Ergebnisse erreichen. Aber auch mit einer Autobatterie und einem Ladegerät erziehlt man schon passable Ergebnisse.

Ich habe mir das bisher bei einem Freund angeschaut und habe mittlerweile alles dafür besorgt, um selbst zu vernickeln. Ich muss nur noch Zeit und Platz finden, damit ich starten kann.

Vor allen Dingen hat die ganze Sache einen riesen Vorteil: Die Teile gehen nicht mehr verloren (ist mir bereits bei einigen Teilen in einem Galvanikbetrieb passiert), nach 15-20 Minuten habe ich ein entsprechendes Ergebnis.

Man kann mit Glanzbildner und ohne diesen vernickeln.

Wer ohne Glanzbildner vernickelt, kann die Teile aber auch polieren. Dann glänzt es entsprechend.
So hat man auch vor hundert Jahren bereits gearbeitet.


Grüße

Carco

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Pfaff 130 - 134 - 138 - 145 - 155 - Pfaff W&G, Phoenix R - 429-50, Singer 12 - 28 - 29 - 15 - 66 - 201, Sunbeam TT90, Unknown, Winselmann Titan, Triumph TR4, Frister & Rossmann...


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 Betreff des Beitrags: Re: Vernickeln
BeitragVerfasst: Donnerstag 22. Dezember 2016, 12:16 
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Registriert: Dienstag 18. Dezember 2012, 19:50
Beiträge: 4060
Wohnort: 97440 Werneck - Ettleben
serv

den Vorgang nennt man "galvanisieren"

entdeckt hat das ein gewisser Signore Galvani ...

der hat übrigens auch herausgefunden, dass zwischen allen Metallen und noch ein paar Elementen ein "galvanisches Gefälle" besteht
ohne diese Grundlagen gäbe es keine Batterien oder Akkus

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gruß dieter
der mechaniker


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